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    <title>LOW←TECH MAGAZINE Deutsch</title>
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      <title>Gemeinsamer Luxus: Das Öffentliche Badehaus</title>
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      <pubDate>Thu, 03 Oct 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
      
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      <description>&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/Hot-spring-pool-bathhouse_in_Beitou-Taiwan-1900s-museum_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Badehaus, gebaut auf einem Thermalbecken, Taiwan. Foto aus dem frühen 19. Jahrhundert, Public Domain.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Badehaus, gebaut auf einem Thermalbecken, Taiwan. Foto aus dem frühen 19. Jahrhundert, Public Domain. 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;kein-fließend-wasser-zu-hause&#34;&gt;Kein fließend Wasser zu Hause&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Kaum eine andere Tätigkeit erfordert in unserer Industriegesellschaft mehr Privatsphäre als das Waschen und Pflegen des Körpers. Wir tun dies in der Regel allein, in unseren privaten Badezimmern, mit verriegelten Türen. Im historischen Kontext betrachtet, ist das ungewöhnlich. Das Baden in Anwesenheit anderer war früher eher die Regel als die Ausnahme. Noch bis in die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts gab es in vielen Haushalten, selbst in den fortschrittlichsten Industriegesellschaften, kein fließendes Wasser, geschweige denn ein eigenes Bad. &lt;sup id=&#34;fnref:1&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:1&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Badezimmer benötigt eine Wasserversorgung, aber auch einen Abfluss und eine Energiequelle um das Wasser zu erhitzen. Man kann natürlich auch ohne diese Infrastrukturen ein heißes Bad zu Hause nehmen. Seit der Antike haben Reiche private Bäder in ihre Häuser integriert. In den meisten Fällen konnten sie das tun, weil weniger wohlhabende Menschen - entweder Diener oder Sklaven - ihre Badewannen mit Eimern voll Wasser füllten und leerten und Feuerholz sammelten, um sie zu heizen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch für die allermeisten Menschen war es praktischer, ihren Körper zum Wasser zu bringen als umgekehrt. Für einige bedeutete dies, in Flüssen, Seen oder Quellen zu baden. Für andere, vor allem im städtischem Raum, hieß es, ein öffentliches Badehaus zu besuchen.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/Badhuis-Aken-Jan_Luyken-1682_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Badehaus in Aachen, Jan Luyken, 1682.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Badehaus in Aachen, Jan Luyken, 1682. 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;ist-baden-unnachhaltig&#34;&gt;Ist Baden unnachhaltig?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Moderne Badegewohnheiten sind ein gutes Beispiel für einen nicht nachhaltigen Lebensstil, der auf fossilen Brennstoffen basiert. Die Warmwasserbereitung ist in vielen Haushalten der zweitgrößte Energieverbraucher (nach Heizung und/oder Kühlung), und ein großer Teil davon wird zum Baden oder Duschen verwendet. &lt;sup id=&#34;fnref:2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:2&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Das moderne Badezimmer benötigt viel Wasser und verbraucht zusätzlich Energie für Heizung und Abwasseraufbereitung. Auch der Bau und die Renovierung von Bädern sind ressourcenintensiv.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Umweltschützer plädieren allgemein für zwei Möglichkeiten um diese Probleme anzugehen. Eine Strategie konzentriert sich auf technische Lösungen wie wassersparende Duschköpfe, solarbeheizte Boiler, Wärmerückgewinnungssysteme für Abwasser und Grauwasserrecycling. Die zweite Strategie setzt auf individuelle Verhaltensänderungen oder einen gesellschaflichen Wandel, indem moderne Sauberkeitsnormen in Frage gestellt werden: kürzeres und selteneres Baden oder Duschen, kaltes Duschen oder eine Katzenwäsche am Waschbecken. &lt;sup id=&#34;fnref1:2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:2&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:3&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:3&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;3&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist unwahrscheinlich, dass diese Ansätze viel bewirken werden. Viele technische Lösungen lassen sich nur schwer oder gar nicht in bestehende Gebäude einbauen, insbesondere in Städten. So verfügt ein Mehrfamilienhaus mit zunehmender Geschosszahl schnell nicht mehr über genügend Dachfläche, um Solaranlagen für alle Bewohner zu installieren. Umgekehrt ist es unwahrscheinlich, dass Werbung für Verzicht im Sinne der Nachhaltigkeit zu einer breiteren Akzeptanz umweltschonender Praktiken führt. &lt;sup id=&#34;fnref1:3&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:3&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;3&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:4&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:4&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;4&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Öffentliche Bäder machen es leichter um Badepraktiken von der Nutzung fossiler Brennstoffe zu entkoppeln.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Gemeinschaftliches Baden könnte ein dritter Ansatz sein, wird aber nur selten erwähnt. Das ist bemerkenswert, denn im Hinblick auf die Ressourceneffizienz ist es fast unschlagbar. Der Bau und Betrieb eines Badehauses für 1.000 Menschen erfordert deutlich weniger Energie als der Bau und Betrieb von 1.000 Einzelbädern. Ein öffentliches Badehaus ist auch in Bezug auf Material, Geld und Platz effizienter. &lt;sup id=&#34;fnref:5&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:5&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;5&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genauso wichtig ist, dass öffentliche Bäder die Anwendung der oben genannten nachhaltigen Technologien erleichtern. Dadurch wird der Energieverbrauch weiter gesenkt, und es ist möglich, die Badepraktiken von der Nutzung fossiler Brennstoffe zu entkoppeln. Darüber hinaus kann ein öffentliches Badehaus die Nachhaltigkeit erheblich verbessern, ohne Kompromisse bezüglich des Komforts zu machen. Im Gegenteil, durch die Bündelung von Ressourcen, um etwas für die Gemeinschaft und nicht für jeden einzelnen Haushalt zu bauen, kann ein Höchstmaß an nachhaltiger Extravaganz erreicht werden. Das könnte überzeugender sein als die Aussicht auf kalte Duschen.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/18388_3_en-1897-bains-dunkerquois_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Öffentliches Badehaus in Dünkirchen, Frankreich, eröffnet 1897.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Öffentliches Badehaus in Dünkirchen, Frankreich, eröffnet 1897.
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;baden-in-flüssen-seen-und-heißen-quellen&#34;&gt;Baden in Flüssen, Seen und heißen Quellen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Natur hat dem Menschen Badegelegenheiten in Form von Bächen, Flüssen, Teichen, Seen, Wasserfällen und Regenschauern geboten. Die Menschheit verbrachte viel Zeit im tropischen Afrika, wo zum Baden kein künstlich erhitztes Wasser erforderlich war. Als wir in kältere Klimazonen zogen, bot uns die Natur eine andere Lösung an: heiße Quellen. Auf der ganzen Welt gibt es Zehntausende von Thermalquellen - nur wenige der heutigen Länder haben gar keine. &lt;sup id=&#34;fnref:6&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:6&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;6&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:7&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:7&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;7&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Baden in heißen Quellen war in den Hochkulturen überall auf der Welt üblich. Diese Praxis reicht jedoch noch weiter in die Vergangenheit zurück. Archäologische Funde belegen, dass sich viele prähistorische Siedlungen in der Nähe heißer Quellen niederließen. &lt;sup id=&#34;fnref1:6&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:6&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;6&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:8&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:8&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;8&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Es ist unmöglich, felsenfest zu beweisen, dass die Menschen diese Gewässer zum Baden nutzten, aber warum sollten sie das nicht tun, besonders in kalten Regionen? &lt;sup id=&#34;fnref:9&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:9&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;9&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Ein warmes Bad zu nehmen ist ein Brauch, der bis in die Vorgeschichte zurückreicht.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die heutige Badekultur ist auf fossile Brennstoffe angewiesen, aber wenn wir den historischen Kontext betrachten, ist ein heißes Bad nicht unnachhaltig. Im Falle der heißen Quellen ist die gesamte Infrastruktur und der Betrieb — Wasserversorgung, Abfluss und Wärmequelle — bereits vorhanden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unsere Vorfahren haben auch das Dampf- oder Schwitzbad erfunden, um zu jeder Jahreszeit und in jedem Klima von kaltem Wasser Gebrauch zu machen. Statt Wasser zu erhitzen, werden die Menschen erwärmt, so dass sie bequem in kaltem Wasser baden können. Die frühesten Dampfhütten aus prähistorischer Zeit waren kaum mehr als kleine Blockhäuser oder zeltartige Konstruktionen, die mit Wolldecken oder Fellen bedeckt waren. &lt;sup id=&#34;fnref:10&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:10&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;10&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:11&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:11&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;11&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:12&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:12&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;12&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:13&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:13&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;13&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/bathing-place-paul-gauguin-1886-pont-aven-france-1024x860_dithered.png&#34; alt=&#39;Gemälde: Badeort, Öl auf Leinwand, Paul Gauguin, 1886.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Gemälde: Badeort, Öl auf Leinwand, Paul Gauguin, 1886. 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;die-entstehung-des-badehauses&#34;&gt;Die Entstehung des Badehauses&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Künstliche Badeanlagen aus Ziegeln oder Stein entstanden vor etwa 4.000 Jahren. &lt;sup id=&#34;fnref:14&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:14&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;14&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Dabei konnte es sich um ein Freibad, ein Badehaus oder ein privates Bad handeln. Viele Badehäuser und Schwimmbäder wurden auf natürlichen heißen Quellen errichtet, wobei die natürliche Umgebung angepasst wurde, um sie bequemer, sicherer und attraktiver zu machen. &lt;sup id=&#34;fnref2:6&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:6&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;6&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref1:8&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:8&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;8&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Die Menschen begannen auch, Wasser durch Kanäle, Rohre und Aquädukte in städtische Badeeinrichtungen zu leiten. Sie begannen mit dem Bau von Bädern, die auch künstlich erwärmtes Wasser nutzten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die alten Römer sind am bekanntesten für das öffentliche Badehaus, obwohl sie sich viel von den alten Griechen inspirieren ließen. Die griechischen Badehäuser bestanden aus Räumen mit einzelnen Hüftbädern an den Wänden. Aufrecht sitzend übergossen sich die Badenden mit heißem Wasser oder ließen dies von einem Diener übernehmen. Die Römer hingegen teilten sich das Wasser in großen Wannen oder Becken. Beide benutzten auch Dampfbäder. &lt;sup id=&#34;fnref:15&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:15&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;15&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:16&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:16&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;16&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:17&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:17&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;17&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:18&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:18&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;18&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Hochphase des Imperiums gab es allein in der Stadt Rom rund 1.000 öffentliche Bäder für eine Bevölkerung von etwa 1 Million Menschen - ein Badehaus pro 1.000 Einwohner. &lt;sup id=&#34;fnref2:8&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:8&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;8&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:19&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:19&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;19&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Die prominentesten Badehäuser waren die „thermae“, in denen bis zu mehreren tausend Menschen gleichzeitig baden konnten. Diese Einrichtungen, die es nur in den größten Städten gab, waren mit Mosaiken, Marmorböden und -becken, Granitsäulen und Statuen reich verziert. Die Mehrheit der antiken römischen Badehäuser waren jedoch kleinere Bäder in der Nachbarschaft, die „balnea“ genannt wurden. &lt;sup id=&#34;fnref1:15&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:15&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;15&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/Baths_of_Diocletian_-_Paulin_1880_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Querschnitt durch die Diokletiansthermen des französischen Architekten Edmond Paulin, 1880. Dieser Badekomplex war mit einer Kapazität von über 3.000 Personen der größte des antiken Roms.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Querschnitt durch die Diokletiansthermen des französischen Architekten Edmond Paulin, 1880. Dieser Badekomplex war mit einer Kapazität von über 3.000 Personen der größte des antiken Roms. 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;das-vorindustrielle-badehaus&#34;&gt;Das vorindustrielle Badehaus&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Geschichte des öffentlichen Badehauses setzt sich auch nach dem Untergang des Römischen Reiches fort. Im Osten entwickelte sich aus dem römischen Badehaus der Hammam, der anstatt eines Beckens das Schwitzen als Reinigungsmethode bevorzugte.&lt;sup id=&#34;fnref:20&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:20&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;20&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:21&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:21&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;21&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Nach einem Schwitzbad übergoss man sich mit Wasser. Ähnlich wie die kleinen römischen Bäder, die als balnea bekannt waren, verbreiteten sich Hammams in großer Zahl in allen Städten der islamischen Welt, da sie die körperliche Reinigung und die Durchführung von rituellen Waschungen vor dem Gebet ermöglichten. &lt;sup id=&#34;fnref:22&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:22&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;22&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Westeuropa gerieten viele römische Bäder in Verfall. Das öffentliche Badehaus kehrte jedoch im späten Mittelalter in vollem Schwung zurück, als eine neue Phase der Urbanisierung einsetzte. &lt;sup id=&#34;fnref:23&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:23&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;23&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:24&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:24&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;24&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:25&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:25&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;25&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Im 13., 14. und 15. Jahrhundert gab es in vielen europäischen Städten ein öffentliches Badehaus für etwa 2000 bis 5000 Bürger,&lt;sup id=&#34;fnref:26&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:26&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;26&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; viele davon waren Dampfbäder nach dem Vorbild des Hammam. Eine zweite Art von Badehäusern bestand aus hölzernen Wannen, in denen eine kleine Gruppe von Menschen Platz fand. Das mittelalterliche Badehaus war auch als „Eintopf“ bekannt, was sich auf den Ofen bezieht, der entweder das Wasser für die Wannen erhitzte oder den Raum mit Dampf füllte. &lt;sup id=&#34;fnref1:23&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:23&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;23&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref1:25&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:25&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;25&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/Hann_M%C3%BCnden_Badstoven_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Ein ehemaliges mittelalterliches Badehaus, erbaut 1562, in Münden. Foto von Axel Hindemith (CC BY-SA 4.0).&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Ein ehemaliges mittelalterliches Badehaus, erbaut 1562, in Münden. Foto von Axel Hindemith (CC BY-SA 4.0). 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&#34;article-img  vertical&#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/Durer__Albrecht_-_Women_s_Bath_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Das Badehaus der Frauen, von Albrecht Dürer, 1496.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Das Badehaus der Frauen, von Albrecht Dürer, 1496. 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/Ludwig_Rohbock_1850a_Rudas_Baths_IMG_0644_dithered.png&#34; alt=&#39;Gemälde: Rudas-Bäder, Ludwig Rohbock, 1850. Die Rudas-Bäder in Budapest wurden 1550 erbaut und sind immer noch in Betrieb.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Gemälde: Rudas-Bäder, Ludwig Rohbock, 1850. Die Rudas-Bäder in Budapest wurden 1550 erbaut und sind immer noch in Betrieb. 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Nordeuropa und Russland - die nie von römischen oder islamischen Mächten erobert wurden - hielten an Schweiß- und Heißluftbädern fest. So gab es zum Beispiel im Mittelalter in Städten im Großfürstentums Moskaus öffentliche &amp;ldquo;Banjas&amp;rdquo;. &lt;sup id=&#34;fnref1:12&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:12&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;12&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Auch in Asien entwickelten sich eigenständige Badekulturen. Im spätmittelalterlichen Japan zum Beispiel teilten sich die Menschen aus wirtschaftlichen Gründen private Bäder unter Familien, Nachbarn und Freunden. Für diese „Gemeinschaftsbäder“ von meist vier bis zehn Personen brachte jeder Badegast eine Portion Brennholz mit, um das Wasser zu erhitzen. Aus dieser Praxis entwickelten sich größere öffentliche Bäder - „sento“ -, die ab dem fünfzehnten Jahrhundert ein rasches Wachstum erlebten. &lt;sup id=&#34;fnref:27&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:27&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;27&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:28&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:28&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;28&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/Gustav_Retzius_0AFinland_Stockholm_1881_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Frauen, die ein Dampfbad nehmen. Holzstich von Olaf Sörling.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Frauen, die ein Dampfbad nehmen. Holzstich von Olaf Sörling. 
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&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/men-in-a-japanese-bathhouse_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Männer in einem japanischen Badehaus, frühes zwanzigstes Jahrhundert. Bild in der Public Domain.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Männer in einem japanischen Badehaus, frühes zwanzigstes Jahrhundert. Bild in der Public Domain. 
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&lt;h2 id=&#34;baden-als-vergnügen&#34;&gt;Baden als Vergnügen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Heutzutage betrachten Umweltschützer, die für kürzeres oder selteneres Duschen plädieren, das Baden implizit als eine rein zweckmäßige Praxis. Im Laufe der Geschichte ging es beim Baden jedoch nie nur um Hygiene. Die Menschen wurden nicht nur sauber, sondern besuchten öffentliche Bäder auch, um sich zu entspannen, sich zu amüsieren und Kontakte zu knüpfen. Das Baden - in welcher Form auch immer - war keine schnelle Angelegenheit, sondern zog sich oft über Stunden hin. &lt;sup id=&#34;fnref2:15&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:15&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;15&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref1:28&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:28&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;28&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die alten Griechen saßen in einzelnen Badewannen zusammen und unterhielten sich, wofür die Akustik des Raums optimal ausgelegt war. &lt;sup id=&#34;fnref:29&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:29&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;29&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Im antiken Rom waren die öffentlichen Bäder Orte, an denen sich die Menschen fast täglich aufhielten, um gesehen zu werden, sich zu unterhalten, zu entspannen, zu tratschen, zu speisen, Sport zu treiben oder zu lernen. Die Badegäste nahmen Schönheitsbehandlungen wie Massagen, Rasieren, Frisieren und Enthaaren in Anspruch. Sie feierten Feste und Jubiläen und ehrten ausländische Gäste. &lt;sup id=&#34;fnref3:15&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:15&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;15&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref1:17&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:17&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;17&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref1:19&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:19&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;19&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref2:25&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:25&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;25&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:30&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:30&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;30&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Das Baden - in welcher Form auch immer - war keine schnelle Angelegenheit, sondern zog sich oft über Stunden hin.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Das mittelalterliche europäische Badehaus knüpfte an diese Traditionen an, wenn auch weniger prunkvoll, aber nicht unbedingt mit weniger Ausgelassenheit. Insbesondere die mittelalterlichen Badehäuser mit hölzernen Wannen waren oft ein Ort der Unterhaltung, an dem auch Essen, Trinken, Musik und verschiedene Arten der Körperpflege angeboten wurden. &lt;sup id=&#34;fnref2:23&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:23&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;23&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; In Japan wurden im 16. Jahrhundert öffentliche Bäder zu Orten der Begegnung und des geselligen Beisammenseins, an denen große Gruppen von Menschen aßen, tranken und sangen. &lt;sup id=&#34;fnref1:27&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:27&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;27&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref2:28&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:28&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;28&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Das Baden in Flüssen, das bis ins 20. Jahrhundert in den Städten und auf dem Land fortgesetzt wurde, war eine Art Spiel, bei dem das Schwimmen ein mögliches Element war. &lt;sup id=&#34;fnref:31&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:31&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;31&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gleichzeitig wurde das Baden zur Vorbeugung und Heilung von Krankheiten als unentbehrlich angesehen, denn es folgte der hippokratischen Vorstellung, dass der Mensch das Gleichgewicht der Körperflüssigkeiten aufrechterhalten oder wiederherstellen konnte, indem er den Körper kalten, heißen, feuchten oder trockenen Bedingungen aussetzte. Die Gestaltung der vorindustriellen Bäder spiegelte diese Vorstellungen wider und wies Becken und Räume mit unterschiedlichen Temperaturen auf. &lt;sup id=&#34;fnref4:15&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:15&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;15&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref1:21&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:21&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;21&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img  vertical&#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/Miniatur_aus_Johannes_de_Sacroboscos_De_Sphaera_um_0A1470._dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Miniaturzeichnung in „De Sphaera Mundi“, geschrieben von Johannes de Sacrobosco, um 1230.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Miniaturzeichnung in „De Sphaera Mundi“, geschrieben von Johannes de Sacrobosco, um 1230. 
&lt;/figcaption&gt;
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&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/fortepan_205233_dithered.png&#34; alt=&#39;Schachspiel in den Széchenyi-Bädern in Budapest, Ungarn, 1970er Jahre. Foto von Kereki Sándor. Gefunden bei Fortepan.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Schachspiel in den Széchenyi-Bädern in Budapest, Ungarn, 1970er Jahre. Foto von Kereki Sándor. Gefunden bei [Fortepan](https://fortepan.hu/hu/). 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;gemeinsamer-luxus&#34;&gt;Gemeinsamer Luxus&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Während diese Elemente des Vergnügens, der sozialen Interaktion und der Gesundheit auch heute noch in Mineralbädern zu finden sind, gibt es einen entscheidenden Unterschied zu früheren Badegewohnheiten. Das heutige Thermalbad ist viel zu teuer, um ein privates Bad zu ersetzen. Im Gegensatz dazu war das historische öffentliche Badehaus eine egalitäre Einrichtung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Römische öffentliche Bäder verlangten keinen oder nur einen geringen Eintritt und waren für jedermann zugänglich. Es gab keine Bereiche, die höher gestellten Gästen vorbehalten waren. In Verbindung mit der prächtigen Architektur und der üppigen Dekoration der Bäder war damit sichergestellt, dass auch der einfache Bedienstete in den Genuss von Luxus kam. &lt;sup id=&#34;fnref5:15&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:15&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;15&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref2:17&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:17&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;17&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref2:19&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:19&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;19&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Diese Bräuche setzten sich bis ins europäische Mittelalter fort und wurden von Badekulturen in der ganzen Welt übernommen. &lt;sup id=&#34;fnref3:23&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:23&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;23&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; In Japan zum Beispiel trug das Badehaus dazu bei, „die bestehende soziale Hierarchie langsam zu dekonstruieren und einen neuen kulturellen Fluss zwischen der Elite und dem einfachen Volk zu schaffen.“ &lt;sup id=&#34;fnref3:28&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:28&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;28&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:32&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:32&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;32&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die einzige Trennung fand zwischen Männern und Frauen statt, und sie war bei weitem nicht überall in Raum und Zeit gültig. Sie gingen entweder in verschiedene Badehäuser, besetzten verschiedene Abteilungen oder teilten sich dieselben Räume zu verschiedenen Tageszeiten oder in der Woche. &lt;sup id=&#34;fnref2:12&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:12&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;12&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref6:15&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:15&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;15&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref3:17&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:17&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;17&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref3:19&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:19&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;19&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref4:23&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:23&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;23&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/hinode-yu-stuart-gibson_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Ein Sento in Japan. Foto von Stuart Gibson.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Ein Sento in Japan. Foto von [Stuart Gibson](https://stuartgibson.aminus3.com/portfolio/). 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;der-heizbedarf-römischer-badehäuser&#34;&gt;Der Heizbedarf römischer Badehäuser&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wie nachhaltig war dieser gemeinschaftliche Luxus? Die meisten Forschungsarbeiten über den Energieverbrauch von Badehäusern beziehen sich auf die antiken römischen Bäder. Historiker haben die großen Badehäuser des Imperiums bisweilen als verschwenderisch dargestellt und argumentiert, dass ihre weit verbreitete Nutzung zur Abholzung der Wälder führte. &lt;sup id=&#34;fnref:33&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:33&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;33&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:34&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:34&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;34&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:35&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:35&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;35&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; In den letzten Jahren haben jedoch archäologische Forschungen, thermische Analysen und Wärmeübertragungsstudien immer deutlicher gemacht, dass die antiken römischen Badehäuser trotz ihrer Üppigkeit bemerkenswert energieeffiziente Gebäude waren. &lt;sup id=&#34;fnref:36&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:36&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;36&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref1:33&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:33&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;33&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der erste Grund war das Hypokaustensystem. Es bestand aus einem oder mehreren unterirdischen Öfen, die heiße Luft unter dem Fußboden und in die hohlen Wände leiteten (einige Bäder hatten auch beheizte Decken). Aufgrund der großen Strahlungsflächen konnten die Räume im Gebäude mit einer niedrigeren Temperatur beheizt werden, was Energie sparte. Obwohl das Wasser für die Becken regelmäßig in einem isolierten Kessel in der Nähe des Ofens erwärmt wurde, trug die Wärme in den Böden und Wänden dazu bei, es über einen längeren Zeitraum warm zu halten. &lt;sup id=&#34;fnref1:36&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:36&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;36&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref2:33&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:33&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;33&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Untersuchung der Stabianer Thermen, einer der ältesten erhaltenen Thermen, zeigt einen Brennstoffverbrauch von 5 bis 8 kg Brennholz pro Stunde, je nach Jahreszeit. &lt;sup id=&#34;fnref2:36&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:36&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;36&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:37&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:37&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;37&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Das entspricht einem Holzvorrat von etwas mehr als 60 Eschen pro Jahr, was kaum zu Entwaldung führen durfte. &lt;sup id=&#34;fnref3:36&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:36&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;36&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Der Brennholzverbrauch war wahrscheinlich sogar noch geringer, da die römischen Bäder das Holz routinemäßig durch andere lokal verfügbare Brennstoffe ergänzten, bei denen es sich häufig um Abfallprodukte handelte: Schilf, Erntereste (Olivenkerne, Obstbaumschnitt, Spreu) und tierische Abfälle (Dung und Knochen). &lt;sup id=&#34;fnref3:33&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:33&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;33&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Viele römische Bäder wurden an sonnigen Tagen fast ausschließlich durch Sonneneinstrahlung beheizt.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Mit der gleichen Methodik zeigt eine Untersuchung eines späteren Badekomplexes - der Forumsthermen in Ostia - dass die Römer die Energieeffizienz ihrer Badehäuser kontinuierlich verbesserten. &lt;sup id=&#34;fnref:38&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:38&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;38&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:39&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:39&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;39&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Die Forumsthermen waren dreimal so groß wie die Stabianer Thermen - 923 m2 gegenüber 310 m2 beheizter Fläche -, aber ihr berechneter jährlicher Holzverbrauch ist nicht einmal doppelt so hoch: etwa 100 Bäume pro Jahr. &lt;sup id=&#34;fnref1:38&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:38&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;38&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref4:36&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:36&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;36&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Das neuere Badehaus hatte dickere Wände (zwei Meter statt einem Meter) und viel größere verglaste Fenster, die den Anteil der Sonneneinstrahlung erhöhten. &lt;sup id=&#34;fnref:40&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:40&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;40&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Frühere Untersuchungen hatten ergeben, dass die Bäder des Forums an sonnigen Tagen fast ausschließlich durch Sonnenenergie beheizt wurden. &lt;sup id=&#34;fnref:41&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:41&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;41&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den oben genannten Studien wird davon ausgegangen, dass die Römer ihre Bäder täglich 24 Stunden lang beheizten und sie nur zu Wartungszwecken abschalteten. Römische Badehäuser wurden wahrscheinlich auch in der Nacht beheizt, da dies praktischer und energieeffizienter war. Viele Bäder waren täglich geöffnet, und es konnte einen ganzen Tag dauern, sie aus dem kalten Zustand aufzuheizen. In späteren Jahrhunderten nutzten mittelalterliche Badehäuser und Hammams oft die Hitze oder die Asche des Ofens, um nachts Brot und andere Speisen zu backen. &lt;sup id=&#34;fnref:42&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:42&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;42&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Hammams und mittelalterliche Badstuben waren weniger energieeffizient als römische Bäder. Hammams hatten beheizte Fußböden, aber keine beheizten Wände und nur wenige Fenster, während mittelalterliche Badehäuser oft keines dieser Merkmale aufwiesen.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/windows-forum-baths_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Die großen Fenster der Forumsthermen. Quelle: Jan Theo Bakker.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Die großen Fenster der Forumsthermen. Quelle: [Jan Theo Bakker](https://www.ostia-antica.org/regio1/12/12-6.htm). 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/hypocaust-dion_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Hypokaustum der Großen Thermen, Antikes Dion. Bild von Carole Raddato (CC BY-SA 2.0).&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Hypokaustum der Großen Thermen, Antikes Dion. Bild von Carole Raddato (CC BY-SA 2.0). 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/Cyark_Weissenburg_Reconstruction_dithered.png&#34; alt=&#39;Bild: Historische Rekonstruktion der Römischen Bäder in Weißenburg, anhand von Daten aus der Laserscan-Technologie. Bildnachweis: CyArk. CC BY-SA 3.0&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Bild: Historische Rekonstruktion der Römischen Bäder in Weißenburg, anhand von Daten aus der Laserscan-Technologie. Bildnachweis: [CyArk](https://en.m.wikipedia.org/wiki/File:Cyark_Weissenburg_Reconstruction.jpg#filelinks). CC BY-SA 3.0 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;römisches-badehaus-versus-private-dusche&#34;&gt;Römisches Badehaus versus private Dusche&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wie schneidet das römische Badehaus im Vergleich zur modernen Dusche in puncto Energieverbrauch ab? Die akademische Forschung liefert darauf zwar keine Antwort, aber eine schnelle Berechnung zeigt, dass das römische Badeerlebnis, welches sich stundenlang hinzog, energieeffizienter war als die heutige Dusche, die im Durchschnitt nur 9 Minuten dauert. Der tägliche Energieverbrauch der Bäder des Forums entspricht in etwa dem von 557 Duschgängen. &lt;sup id=&#34;fnref:43&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:43&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;43&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Wir wissen zwar nicht, wie viele Menschen die Forumsthermen täglich besuchten, aber wahrscheinlich waren es mehr: Die Thermen konnten bis zu 500 Badegäste gleichzeitig aufnehmen. &lt;sup id=&#34;fnref:44&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:44&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;44&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Das römische Badeerlebnis, welches sich über Stunden hinzog, war energieeffizienter als die heutige private Dusche, die im Durchschnitt 9 Minuten dauert.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Darüber hinaus bezieht sich der Energieverbrauch für die Dusche in der obigen Berechnung nur auf die Wassererwärmung, während der Brennstoffverbrauch für die öffentlichen Bäder auch - und hauptsächlich - die Raumheizung umfasst. &lt;sup id=&#34;fnref5:36&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:36&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;36&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Wenn man beispielsweise davon ausgeht, dass das Wasser in den Becken der Stabianer Thermen nur einmal am Tag gewechselt wurde, machte die Wassererwärmung weniger als 10 % des gesamten Energieverbrauchs aus, was dem Equivalent von nur 52 Duschen entspricht. Der niedrige Energieverbrauch für die Wassererwärmung erklärt sich zum Teil durch die hervorragende Wärmedämmung der beheizten Böden und Wände, so dass Raum- und Wassererwärmung nicht voneinander getrennt werden können. Es liegt aber auch daran, dass die Römer das Wasser in Becken gemeinsam nutzten, während für jede Dusche frisch erwärmtes Wasser benötigt wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das römische Badehaus ist auch mit der typischen Hinterhofsauna vergleichbar, bei der der Brennstoffverbrauch zwischen 5 und 15 kg Brennholz pro Ofengang schwankt. &lt;sup id=&#34;fnref:45&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:45&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;45&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Nur sechzehn solcher Saunagänge erfordern so viel Brennstoff wie die Stabianischen Thermen an einem Tag verbrauchten. Die Sauna hat keinen beheizten Boden und keine beheizten Wände. Außerdem wurde sie in der Vergangenheit oft teilweise unterirdisch gebaut, um Brennstoff zu sparen, aber heutzutage ist sie in der Regel ein schlecht isoliertes Gebäude, das in einem kalten Klima steht.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/bathing-sandals-women_dithered.png&#34; alt=&#39;Bild: Badesandalen für Frauen, Saudi-Arabien. Die beheizten Böden der Hammams waren zu heiß, um barfuß darauf zu gehen. Quelle: Wereldmuseum (CC BY-SA 4.0).&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Bild: Badesandalen für Frauen, Saudi-Arabien. Die beheizten Böden der Hammams waren zu heiß, um barfuß darauf zu gehen. Quelle: [Wereldmuseum](https://collectie.wereldmuseum.nl/) (CC BY-SA 4.0). 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;die-öffentlichen-bäder-der-industriellen-revolution&#34;&gt;Die öffentlichen Bäder der industriellen Revolution&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Badegewohnheiten haben sich seit der Zeit der Römer und des späten Mittelalters stark verändert, vor allem in den meisten Ländern der westlichen Welt. Nur wenige von uns haben die Zeit oder auch nur das Bedürfnis, täglich mehrere Stunden in einem Badehaus zu verweilen, und einige von uns fühlen sich beim Baden in der Öffentlichkeit vielleicht unwohl. &lt;sup id=&#34;fnref1:30&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:30&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;30&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Ein Badehaus kann jedoch auch eine Form annehmen, die den modernen Badegewohnheiten besser entspricht. Das öffentliche Badehaus der Industriellen Revolution ist ein Beispiel dafür.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert nahmen die Städte eine große Zahl von Einwanderern auf, die in Fabriken arbeiten wollten. Die meisten dieser Menschen wurden in überfüllten Mietskasernen ohne fließendes Wasser untergebracht, was zu unhygienischen Verhältnissen führte. &lt;sup id=&#34;fnref:46&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:46&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;46&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Wiederkehrende Epidemien und neue medizinische Erkenntnisse führten zu einem „Evangelium der Sauberkeit“, das in der gesamten westlichen Welt zu einer neuen Welle öffentlicher Badehäuser führte. Viele dieser Bäder verschwanden erst zwischen den 1950er und 1980er Jahren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die öffentliche Hygienebewegung begann in England und erreichte dort in den 1840er Jahren ihren Höhepunkt. Bis 1896 unterhielten mehr als 200 Gemeinden in Großbritannien öffentliche Bäder. Das englische Badehaus ahmte in seiner Architektur und Dekoration die Pracht der römischen Bäder nach: Es war „groß, schön und kostspielig“. &lt;sup id=&#34;fnref1:46&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:46&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;46&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Es kopierte jedoch nicht die antiken Badegewohnheiten. Die verschiedenen Abteilungen des Badehauses waren nun für unterschiedliche Gesellschaftsschichten reserviert. Während die Becken immer noch für soziale Interaktion sorgten, waren die Wannen nun in einzelnen Abteilungen untergebracht. Schließlich wurden im modernen Badehaus zeitliche Begrenzungen für die Benutzung des Beckens und der Wannen eingeführt. &lt;sup id=&#34;fnref2:46&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:46&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;46&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:47&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:47&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;47&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:48&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:48&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;48&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/Nechells_Swimming_Baths_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Nechelles öffentliche Bäder in Birmingham, England, 1910. Bild von Oosoom (CC BY-SA 3.0).&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Nechelles öffentliche Bäder in Birmingham, England, 1910. Bild von Oosoom (CC BY-SA 3.0). 
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/Das_Amalienbad_in_Wien-Favoriten__vom_Sprungturm_aus_gesehen_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Das restaurierte Innere des Amalienbads in Wien, Österreich, aus dem Jahr 1926. Damals war es eines der größten Badehäuser Europas und bot bis zu 1 300 Badegästen gleichzeitig Platz. Das ursprüngliche Dach konnte bei schönem Wetter aufgeschoben werden. Bild von Schwimmschule Steiner (CC BY-SA 4.0).&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Das restaurierte Innere des Amalienbads in Wien, Österreich, aus dem Jahr 1926. Damals war es eines der größten Badehäuser Europas und bot bis zu 1 300 Badegästen gleichzeitig Platz. Das ursprüngliche Dach konnte bei schönem Wetter aufgeschoben werden. Bild von Schwimmschule Steiner (CC BY-SA 4.0). 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;das-dusch-badehaus&#34;&gt;Das Dusch-Badehaus&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Deutschland, das den Briten als erstes Land auf dem Kontinent folgte, baute ebenfalls monumentale Badehäuser. &lt;sup id=&#34;fnref:49&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:49&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;49&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; In den 1880er Jahren argumentierte der Berliner Arzt Oscar Lasser jedoch, dass die großen Bäder zu kostspielig seien, um sie in der erforderlichen Anzahl zu bauen. Er schlug die Einführung kleinerer Badehäuser vor, die nur Duschen in einzelnen Abteilen enthielten. Bis dahin war die Dusche nur an eine Badewanne angeschlossen oder wurde in Kasernen und Gefängnissen verwendet, wo Soldaten und Häftlinge mit kaltem Wasser abgeduscht wurden. &lt;sup id=&#34;fnref1:48&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:48&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;48&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref3:46&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:46&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;46&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref3:25&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:25&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;25&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Dusch-Badehaus wurde in den meisten westeuropäischen Ländern und auch in Nordamerika, wo die Sanitärreformbewegung in den 1890er Jahren einsetzte, zum vorherrschenden öffentlichen Badetyp. &lt;sup id=&#34;fnref:50&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:50&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;50&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:51&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:51&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;51&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Die letzten Überreste der antiken Badekultur wurden beseitigt, indem man die Becken abschaffte und zu einer praktischeren Architektur überging. Im Guten wie im Schlechten war das öffentliche Badehaus der Industriellen Revolution die „Antithese zum vorindustriellen Badehaus“. &lt;sup id=&#34;fnref1:47&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:47&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;47&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Obwohl die Badenden immer noch die gemeinschaftliche Infrastruktur nutzten, gab es keinen Raum mehr für Vergnügen, soziale Interaktion, öffentliche Nacktheit und soziale Durchmischung.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Im Guten wie im Schlechten: Das öffentliche Badehaus der industriellen Revolution war das Gegenteil des vorindustriellen Badehauses.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Da die höheren Gesellschaftsschichten allmählich Zugang zu eigener Wasserversorgung und eigenen Badezimmern erhielten, wurde das öffentliche Bad zunehmend mit Armut assoziiert. Obwohl die Duschbäder keine getrennten Abteilungen für verschiedene soziale Schichten hatten, wurden sie vor allem in einkommensschwachen Vierteln gebaut und richteten sich ausschließlich an die Armen. Die Badegäste wurden von einem Wärter zu ihrer Duschkabine geführt, der den Wasserhahn öffnete, die Wassertemperatur einstellte und eine Zeitschaltuhr startete. Die Menschen hatten höchstens 20 Minuten Zeit, um sich auszuziehen, zu duschen und wieder anzuziehen. &lt;sup id=&#34;fnref4:46&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:46&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;46&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref2:47&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:47&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;47&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; „Die Armen mussten sauber sein, durften es aber nicht allzu sehr genießen.“ &lt;sup id=&#34;fnref5:46&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:46&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;46&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/bath-attendant_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Der letzte Bademeister eines Badehauses in Haarlem, Niederlande, im Jahr 1984. Bild in der Public Domain.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Der letzte Bademeister eines Badehauses in Haarlem, Niederlande, im Jahr 1984. Bild in der Public Domain. 
&lt;/figcaption&gt;
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&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/bath-showers-timer-montage_dithered.png&#34; alt=&#39;Mit Zeitschaltuhren ausgestattete Bade- und Duschräume in Amsterdamer Badehäusern, 1985. Quelle: Stadsarchief Amsterdam.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Mit Zeitschaltuhren ausgestattete Bade- und Duschräume in Amsterdamer Badehäusern, 1985. Quelle: [Stadsarchief Amsterdam](https://archief.amsterdam/beeldbank/detail/ca27031b-8e92-023a-eb42-461dc0cf6fd2/media/728f468c-3dca-91e3-0eb9-6dca39ea8130?mode=detail&amp;view=horizontal&amp;q=badhuis&amp;rows=1&amp;page=24). 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/minimal-shower-cublicles-in-amsterdam-bathhouse_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Duschkabinen in einem städtischen Badehaus in Amsterdam, Niederlande. Stadsarchief Amsterdam.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Duschkabinen in einem städtischen Badehaus in Amsterdam, Niederlande. Stadsarchief Amsterdam. 
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&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/boiler-room-bathhouse_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Heizungsraum eines städtischen Badehauses in Amsterdam, Niederlande, 1985. Stadsarchief Amsterdam.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Heizungsraum eines städtischen Badehauses in Amsterdam, Niederlande, 1985. Stadsarchief Amsterdam. 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;sollte-das-öffentliche-badehaus-zurückkehren&#34;&gt;Sollte das öffentliche Badehaus zurückkehren?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;In Europa und Nordamerika verschwand das öffentliche Badehaus, als jede und jeder sein eigenes Bad bekam — wenngleich wir in Sportzentren immer noch gemeinsam baden und in Jugendherbergen oder auf Campingplätzen weiterhin Gemeinschaftsräume benutzen. Das öffentliche Badehaus hat zwar andernorts überlebt, ist aber fast überall ein Auslaufmodell. So gab es beispielsweise in Kairo im Jahr 2000 nur noch acht Hammams, während es zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch mehr als siebzig waren. &lt;sup id=&#34;fnref:52&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:52&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;52&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:53&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:53&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;53&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; 1968 gab es im Großraum Tokio 2,687 öffentliche Badehäuser. Im Jahr 2022 waren es nur noch 462. &lt;sup id=&#34;fnref:54&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:54&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;54&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:55&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:55&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;55&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Historisch gesehen wurde das Badehaus aus der Notwendigkeit von Effizienz geboren: Das Baden war zu ressourcenintensiv, um es individuell zu organisieren. Das ist heute dank der Entwicklung zentraler Infrastrukturen - fossile Brennstoffe, Strom, Wasserversorgung, Kanalisation - nicht mehr der Fall. Im Kontext der gegenwärtigen Umweltkrise ist die Ressourceneffizienz der öffentlichen Badehäuser jedoch wieder relevant geworden. Es ist eine Möglichkeit, den Energieverbrauch relativ schnell zu senken, ohne dass neue Technologien erforderlich sind oder auf Komfort verzichtet werden muss. Widerstandsfähigkeit ist ein weiteres Argument für das Badehaus. &lt;sup id=&#34;fnref:56&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:56&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;56&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/bathhouse-javaplein-2_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Städtisches Badehaus am Javaplein in Amsterdam, Niederlande. Image: Stadsarchief Amsterdam.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Städtisches Badehaus am Javaplein in Amsterdam, Niederlande. Image: Stadsarchief Amsterdam. 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
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&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/Volksbad_Flensburg2007_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Ein ehemaliges Badehaus in Flensburg. Bild: 	VollwertBIT (CC BY-SA 2.5).&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Ein ehemaliges Badehaus in Flensburg. Bild: 	VollwertBIT (CC BY-SA 2.5). 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;welche-art-von-öffentlichem-badehaus-wollen-wir&#34;&gt;Welche Art von öffentlichem Badehaus wollen wir?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Metamorphose des öffentlichen Bades im 19. und 20. Jahrhundert, die auch die öffentlichen Bäder außerhalb der westlichen Welt betraf, stellt eine Herausforderung für all diejenigen dar, die das öffentliche Bad im Sinne der Nachhaltigkeit wiederbeleben wollen. Welche Art von Badehaus wollen wir? Natürlich sind das römische Bad und das Duschbadehaus die beiden Extreme, und viele Zwischenformen sind denkbar. Dennoch wird jeder Architekt eines zukünftigen Badehauses Entscheidungen treffen müssen, die wahrscheinlich umstritten sein werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So könnte man zum Beispiel argumentieren, dass das Duschbadehaus nicht nur den modernen Badegewohnheiten entspricht, sondern auch die Ressourceneffizienz maximiert. Das gilt vor allem dann, wenn nicht der Badegast, sondern die Behörden die Duschdauer und die Wassertemperatur kontrollieren. Auf diese Weise könnte das öffentliche Badehaus zu einer Technologie werden, die der gesamten Bevölkerung Sparsamkeit aufzwingt. Ein solcher Ansatz dürfte jedoch, um es vorsichtig auszudrücken, kaum Begeisterung für die Wiederbelebung öffentlicher Badehäuser hervorrufen. Er trägt auch nicht gerade zur Verbesserung der sozialen Interaktion bei. &lt;sup id=&#34;fnref:57&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:57&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;57&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Jeder Architekt eines künftigen Badehauses wird Entscheidungen treffen müssen, die wahrscheinlich sehr umstritten sein werden.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die Rückkehr zum vorindustriellen öffentlichen Badehaus, bei dem soziale Interaktion und gemeinschaftlicher Luxus im Mittelpunkt stehen, könnte die Menschen vielleicht eher von ihren privaten Badezimmern weglocken, aber es stößt auch auf Hürden. Das öffentliche Badehaus trifft seit 2.000 Jahren auf Widerstand, vor allem wegen unterschiedlicher Ansichten über Gesundheit und Moral. &lt;sup id=&#34;fnref:58&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:58&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;58&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Zum Beispiel ziehen sich Bedenken über Ausschweifungen und Prostitution - real und imaginär - durch die Geschichte des Badehauses in allen Kulturen. &lt;sup id=&#34;fnref:59&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:59&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;59&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Die Trennung von Männern und Frauen wird diesen Bedenken nicht vollständig gerecht.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img  vertical&#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/scene-of-a-bathhouse-valerius-maximus_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Szene in einem Badehaus, um 1470, gemalt vom Meister des Antonius von Burgund (Berlin Staatsbibliothek, Ms. Dep. Breslau 2, vol. 2, fol. 244).&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Szene in einem Badehaus, um 1470, gemalt vom Meister des Antonius von Burgund (Berlin Staatsbibliothek, Ms. Dep. Breslau 2, vol. 2, fol. 244). 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Jedes Plädoyer für die Wiederbelebung öffentlicher Bäder wird sich auch mit der Furcht vor ansteckenden Krankheiten befassen müssen. Ein „Lockdown“ der Gesellschaft, wie ihn viele Regierungen während der Coronavirus-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 anwandten, ist beispielsweise mit öffentlichen Bädern unvereinbar. Eine solche Maßnahme funktioniert nur, wenn jeder ein eigenes Bad hat. &lt;sup id=&#34;fnref:60&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:60&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;60&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Der Zusammenhang zwischen gemeinschaftlichem Baden und Gesundheit ist äußerst komplex. Die Wissenschaft hat viele der gesundheitlichen Vorteile von Kalt-, Heiß- und Dampfbädern bestätigt und auch die Wichtigkeit sozialer Interaktion aufgezeigt. Das Zusammenkommen von Menschen birgt jedoch immer auch Gesundheitsrisiken.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;wie-baut-man-ein-low-tech-badehaus&#34;&gt;Wie baut man ein Low-Tech-Badehaus?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Es gibt noch einen weiteren Unterschied zwischen Badehäusern, die vor und nach der industriellen Revolution gebaut wurden: Vorindustrielle Bäder nutzten erneuerbare Brennstoffe, während industrielle Bäder mit fossilen Brennstoffen betrieben wurden. Viele moderne Badehäuser hatten ein eigenes Kohlekraftwerk, das den Raum und das Wasser beheizte und Strom für die Beleuchtung lieferte. Fossil betriebene Badehäuser sind energieeffizienter als mit fossilen Brennstoffen betriebene Badezimmer - aber es geht natürlich noch besser als das.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein großes Badehaus, das mit einer Hypokaustenanlage und großen Fenstern beheizt wird, ist als kohlenstoffneutrale Technologie immer noch unschlagbar, zumindest bei nachhaltiger Holzproduktion. &lt;sup id=&#34;fnref:61&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:61&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;61&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:62&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:62&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;62&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Allerdings führt die Verbrennung von Biomasse zu Luftverschmutzung, während man ein Badehaus auch mit erneuerbaren Energiequellen betreiben könnte, die dieses Problem nicht haben. Die naheliegendste Lösung für die Raum- und Wasserheizung sind Flachkollektoren, in denen die Sonne das Wasser erwärmt. In weniger sonnigen Klimazonen sind wärmeerzeugende Windmühlen eine technisch einfache Alternative zu solarthermischen Kollektoren. &lt;sup id=&#34;fnref:63&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:63&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;63&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Andere potenzielle Wärmequellen sind geothermische Energie und die Abwärme von Fabriken.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Fossil betriebene Badehäuser sind energieeffizienter als mit fossilen Brennstoffen betriebene Badezimmer — aber es geht noch besser als das.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Der größte Nachteil eines solar- oder windbetriebenen Badehauses ist seine Abhängigkeit von günstigen Wetterbedingungen. Um dies auszugleichen, kann Solar- oder Windenergie mit thermischer Energiespeicherung kombiniert werden, beispielsweise mit isolierten Wassertanks. Die Speicherung von Wärme in einer thermischen Masse über längere Zeiträume ist viel billiger und nachhaltiger als die Speicherung von Strom in chemischen Batterien. Allerdings wird dafür Platz benötigt, den nur gemeinschaftliche Bäder bieten können. Dampfbäder und Saunen sind schwieriger von der Verbrennung von Biomasse abzukoppeln, aber es gibt einige innovative Beispiele. &lt;sup id=&#34;fnref:64&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:64&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;64&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bündelung von Badeeinrichtungen in einer gemeinsamen Infrastruktur schafft auch Platz für eine umfassende Wärmedämmung eines Badehauses (ein entscheidender Faktor für den Energieverbrauch) und für die Wasserversorgung (z. B. durch Auffangen und Speichern von Regenwasser) sowie für die Abwasserbehandlung (z. B. durch Phytosanierung mit Pflanzen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Architekten haben einige dieser Ideen in Ländern umgesetzt, in denen es noch öffentliche Bäder gibt. In einem Bergdorf in China zum Beispiel ist ein Gemeinschaftsbad für 5.000 Menschen weitgehend autark. Das Wasser wird aus einem Brunnen gepumpt, mit Solarkollektoren erhitzt und das Abwasser aus den Duschen und Toiletten in mit Bambuspflanzen gefüllten Becken gefiltert. &lt;sup id=&#34;fnref:65&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:65&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;65&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2024/10/communal-luxury-the-public-bathhouse/images/dithers/BaO-split-bathhouse-6.1552287376.331_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Dieses Badehaus in China hat 24 Duschen und dient einer Gemeinde mit 5.000 Einwohnern. Das Abwasser wird mit Bambuspflanzen recycelt. Quelle: BAO Architekten.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Dieses Badehaus in China hat 24 Duschen und dient einer Gemeinde mit 5.000 Einwohnern. Das Abwasser wird mit Bambuspflanzen recycelt. Quelle: BAO Architekten. 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Ein öffentliches Badehaus passt jedoch auch zu einer Hightech-Vision einer zentralisierten Energieinfrastruktur auf der Grundlage von PV-Solarzellen und Windturbinen, die Strom liefern. In einer solchen Konfiguration könnten öffentliche Badehäuser an sonnigen oder windigen Tagen überschüssigen Strom aufnehmen. Anstatt den Strom aus überschüssiger Sonnen- und Windenergie zu drosseln, könnten wir ihn für den Betrieb elektrischer Wärmepumpen nutzen und die Wärme in der thermischen Masse der öffentlichen Bäder speichern. &lt;sup id=&#34;fnref:66&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:66&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;66&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Dieser Ansatz ist zwar weniger ressourceneffizient als Bäder, die ohne Strom betrieben werden, aber immer noch besser als ein Szenario, in dem ein zentrales Netz für erneuerbare Energien eine Vielzahl von einzelnen Badezimmern mit Energie versorgt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kris De Decker&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vielen Dank an Jonas Görgen und Elizabeth Shove für ihr Feedback zu einer früheren Version dieses Artikels.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Marie Verdeil und Roel Roscam Abbing haben zur Auswahl der Bilder beigetragen.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;footnotes&#34; role=&#34;doc-endnotes&#34;&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id=&#34;fn:1&#34;&gt;
&lt;p&gt;Der Ausbau von Wasserversorgungs- und Kanalisationsnetzen brauchte viel Zeit, vor allem in älteren europäischen Städten. Vor 1900 verfügten nur die teuersten Pariser Wohnungen über ein eigenes Bad. &lt;sup id=&#34;fnref1:26&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:26&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;26&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; In den 1860er Jahren gab es in den wohlhabendsten britischen Haushalten eingebaute Privatbäder. Doch erst in den 1950er Jahren wurden die Wohnungen der Arbeiterklasse routinemäßig mit fließendem Warm- und Kaltwasser versorgt. &lt;sup id=&#34;fnref2:3&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:3&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;3&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; In den neueren Städten der USA war es einfacher, eine Wasserversorgungs- und Kanalisationsinfrastruktur zu installieren. Ab den 1870er Jahren übertrafen die amerikanischen Sanitäranlagen die aller anderen Länder. Mehr als die Hälfte aller amerikanischen Häuser verfügte 1940 über ein komplettes Bad. Zum Vergleich: In ganz Frankreich verfügte 1954 nur eines von zehn Häusern oder Wohnungen über eine Dusche oder eine Badewanne. &lt;sup id=&#34;fnref1:20&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:20&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;20&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:1&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:2&#34;&gt;
&lt;p&gt;Die Nebeldusche — Nachhaltige Dekadenz?, Kris De Decker, Low-tech Magazine, 2019. &lt;a href=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2019/10/mist-showers-sustainable-decadence/&#34;&gt;https://qelnixcor.cloud/de/2019/10/mist-showers-sustainable-decadence/&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:2&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:2&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:2&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref3:2&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:3&#34;&gt;
&lt;p&gt;Pickerill, Jenny. &amp;ldquo;Cold comfort? Reconceiving the practices of bathing in British self-build eco-homes.&amp;rdquo; Annals of the Association of American Geographers 105.5 (2015): 1061-1077. &lt;a href=&#34;https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00045608.2015.1060880&#34;&gt;https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00045608.2015.1060880&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:3&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:3&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:3&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:4&#34;&gt;
&lt;p&gt;Der Trend geht zu häufigeren und längeren Duschen &lt;sup id=&#34;fnref2:2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:2&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; und zu mehreren, größeren und luxuriöseren Badezimmern. Zum Beispiel haben mehr als ein Drittel der neuen Einfamilienhäuser in den USA im Jahr 2021 drei oder mehr Badezimmer, verglichen mit „nur“ einem Viertel im Jahr 2005. Quelle: Number of Bathrooms in New Homes in 2021, Jesse Wade, National Association Of Home Builders, November 2022. &lt;a href=&#34;https://eyeonhousing.org/2022/11/number-of-bathrooms-in-new-homes-in-2021/&#34;&gt;https://eyeonhousing.org/2022/11/number-of-bathrooms-in-new-homes-in-2021/&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:4&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:5&#34;&gt;
&lt;p&gt;Wie viel Wasser durch öffentliches Baden eingespart werden kann, hängt davon ab, wie genau die Menschen zusammen baden. Gemeinsame Pools und Badewannen führen zu Wassereinsparungen, individuelle Duschen und Badewannen hingegen nicht, selbst wenn sie in einem Gemeinschaftsraum aufgestellt sind.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:5&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:6&#34;&gt;
&lt;p&gt;Erfurt, Patricia. &amp;ldquo;Hot springs throughout history. The Geoheritage of hot springs.&amp;rdquo; Cham: Springer International Publishing, 2021. 119-182.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:6&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:6&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:6&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:7&#34;&gt;
&lt;p&gt;Tamburello, Giancarlo, et al. &amp;ldquo;Global thermal spring distribution and relationship to endogenous and exogenous factors.&amp;rdquo; Nature Communications 13.1 (2022): 6378.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:7&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:8&#34;&gt;
&lt;p&gt;Cataldi, Raffaele, Susan F. Hodgson, and John W. Lund. Stories from a heated earth: our geothermal heritage. No. 19. Nicholson, 1999.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:8&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:8&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:8&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:9&#34;&gt;
&lt;p&gt;Sogar einige Tiere - wie Schneeaffen und Wasserschweine - sind dafür bekannt, dass sie gerne in heißen Quellen baden. Siehe zum Beispiel: Matsuzawa, Tetsuro. &amp;ldquo;Hot-spring bathing of wild monkeys in Shiga-Heights: origin and propagation of a cultural behavior.&amp;rdquo; Primates 59.3 (2018): 209-213. &lt;a href=&#34;https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s10329-018-0661-z.pdf&#34;&gt;https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s10329-018-0661-z.pdf&lt;/a&gt;.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:9&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:10&#34;&gt;
&lt;p&gt;Sonntag, C. F. &amp;ldquo;The History of Baths and Bathing in Britain before the Norman Conquest.&amp;rdquo; Proceedings of the Royal Society of Medicine 13.sect_hist_med (1920): 25-46.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:10&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:10&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:11&#34;&gt;
&lt;p&gt;Aaland, Mikkel. &amp;ldquo;Sweat: The illustrated history and description of the Finnish sauna, Russian bania, Islamic hammam, Japanese mushi-buro, Mexican temescal and American Indian &amp;amp; Eskimo sweat lodge.&amp;rdquo; (1978).&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:11&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:12&#34;&gt;
&lt;p&gt;Pollock, Ethan. Without the banya we would perish: a history of the Russian bathhouse. Oxford University Press, USA, 2019.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:12&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:12&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:12&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:13&#34;&gt;
&lt;p&gt;Die erste schriftliche Erwähnung des Dampfbads stammt aus dem fünften Jahrhundert vor Christus, als der griechische Historiker Herodot das skythische Schwitzbad nördlich des Schwarzen Meeres mit dem griechischen Dampfbad seiner Zeit verglich. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass die Ursprünge des Dampfbads bis in prähistorische Zeiten zurückreichen. Es überrascht nicht, dass sich das Dampfbad und das Heißluftbad zunächst in Regionen mit kalten und langen Wintern verbreiteten: in Nordwesteuropa, Russland, Alaska und Kanada. Sie wurden auch von den amerikanischen Ureinwohnern genutzt und verbreiteten sich auch in Mittel- und Südamerika. &lt;sup id=&#34;fnref1:10&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:10&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;10&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:13&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:14&#34;&gt;
&lt;p&gt;Eine der frühesten archäologischen Aufzeichnungen über von Menschen geschaffene Badeeinrichtungen stammt aus der Zeit um 2300 v. Chr. im heutigen Pakistan. Die Bewohner von Mohenjo-daro, der wahrscheinlichen Hauptstadt der Indus-Zivilisation, bauten Brunnen und Entwässerungssysteme, die in den meisten Wohngebäuden private Badezimmer sowie ein großes, gemeinschaftliches Badebecken ermöglichten. Die privaten Bäder hatten eine 1 m2 große, flache Plattform, auf der sich die Menschen mit Eimern Wasser übergossen. Das „Große Bad“ war ein gemauertes Becken mit Stufen auf beiden Seiten und einem Fassungsvermögen von 160 m3 Wasser. Da sich die Stadt in einem heißen Wüstenklima befand, musste das Wasser nicht erhitzt werden. Quellen: Graeber, David, and David Wengrow. The dawn of everything: A new history of humanity. Penguin UK, 2021 + Jansen, Michael. &amp;ldquo;Mohenjo-Daro, Indus Valley civilization: water supply and water use in one of the largest Bronze Age cities of the third millennium BC.&amp;rdquo; Geo: A new world of knowledge (2011). &lt;a href=&#34;https://openarchive.icomos.org/id/eprint/1541/1/110601geo_06_2011_indian_edition_email.pdf&#34;&gt;https://openarchive.icomos.org/id/eprint/1541/1/110601geo_06_2011_indian_edition_email.pdf&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:14&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:15&#34;&gt;
&lt;p&gt;Maréchal, Sadi. Public baths and bathing habits in Late Antiquity: a study of the archaeological and historical evidence from Roman Italy, North Africa and Palestine between AD 285 and AD 700. Diss. Ghent University, 2016. &lt;a href=&#34;https://biblio.ugent.be/publication/7235534/file/7235545.pdf&#34;&gt;https://biblio.ugent.be/publication/7235534/file/7235545.pdf&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:15&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:15&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:15&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref3:15&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref4:15&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref5:15&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref6:15&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref7:15&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref8:15&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref9:15&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:16&#34;&gt;
&lt;p&gt;Fagan, Garrett G. &amp;ldquo;The genesis of the Roman public bath: recent approaches and future directions.&amp;rdquo; American Journal of Archaeology 105.3 (2001): 403-426.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:16&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:17&#34;&gt;
&lt;p&gt;Kosso, Cynthia, and Anne Scott, eds. The nature and function of water, baths, bathing, and hygiene from antiquity through the Renaissance. Vol. 11. Brill, 2009.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:17&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:17&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:17&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref3:17&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:18&#34;&gt;
&lt;p&gt;Sowohl die Griechen als auch die Römer benutzten auch kalte Bäder in Verbindung mit Sportanlagen. Dabei war der Akt des Waschens zweitrangig. &lt;sup id=&#34;fnref7:15&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:15&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;15&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref4:19&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:19&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;19&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:18&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:19&#34;&gt;
&lt;p&gt;Hoagland, Alison K. The bathroom: a social history of cleanliness and the body. Bloomsbury Publishing USA, 2018.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:19&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:19&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:19&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref3:19&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref4:19&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:20&#34;&gt;
&lt;p&gt;Ashenburg, Katherine. The dirt on clean: An unsanitized history. Vintage Canada, 2010.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:20&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:20&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:20&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:21&#34;&gt;
&lt;p&gt;Fournier, Caroline. Les bains d&amp;rsquo;al-Andalus: VIIIe-XVe siècle. Presses universitaires de Rennes, 2018. &lt;a href=&#34;https://books.openedition.org/pur/44617#anchor-resume&#34;&gt;https://books.openedition.org/pur/44617#anchor-resume&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:21&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:21&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:21&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:22&#34;&gt;
&lt;p&gt;Sibley, Magda, Camilla Pezzica, and Chris Tweed. “Eco-hammam: the complexity of accelerating the ecological transition of a key social heritage sector in Morocco.” Sustainability 13.17 (2021): 9935&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:22&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:23&#34;&gt;
&lt;p&gt;Coomans, Janna. “Janna Coomans - The Medieval Bathhouse (MA Thesis - 2013).” The Medieval Bathhouse: Bathing Culture in the Late Medieval Low Countries (2013): n. pag. Print.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:23&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:23&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:23&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref3:23&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref4:23&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref5:23&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref6:23&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref7:23&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref8:23&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref9:23&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref10:23&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref11:23&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:24&#34;&gt;
&lt;p&gt;Wurtzel, Ellen. &amp;ldquo;Passionate Encounters, Public Healing: Medieval Urban Bathhouses in Northern France.&amp;rdquo; French Historical Studies 46.3 (2023): 331-360. &lt;a href=&#34;https://read.dukeupress.edu/french-historical-studies/article/46/3/331/381254/Passionate-Encounters-Public-HealingMedieval-Urban&#34;&gt;https://read.dukeupress.edu/french-historical-studies/article/46/3/331/381254/Passionate-Encounters-Public-HealingMedieval-Urban&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:24&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:24&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:25&#34;&gt;
&lt;p&gt;Büchner, Robert. Im städtischen Bad vor 500 Jahren: Badhaus, bader und Badegäste im alten Tirol. Böhlau, 2014.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:25&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:25&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:25&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref3:25&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref4:25&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:26&#34;&gt;
&lt;p&gt;Im dreizehnten Jahrhundert zählte Paris mit 200 000 Einwohnern rund 30 öffentliche Badehäuser &lt;sup id=&#34;fnref5:23&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:23&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;23&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref1:24&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:24&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;24&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;, während London im 14. Jahrhundert mit 80 000 Einwohnern über mindestens 18 öffentliche Bäder verfügte. &lt;sup id=&#34;fnref2:20&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:20&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;20&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; In den niederländischen Provinzen des späten 14. Jahrhunderts gab es in Brügge (30.000 Einwohner) und Gent (40.000 Einwohner) jeweils etwa zwanzig öffentliche Bäder, während kleinere Städte wie Maastricht und Leuven (15.000 Einwohner) über etwa fünf verfügten. Wien (Österreich) zählte im fünfzehnten Jahrhundert 29 Badehäuser. &lt;sup id=&#34;fnref6:23&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:23&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;23&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Die mittelalterlichen Badehäuser waren ebenso wie die Hammams kleiner als die römischen Bäder. Die in Deutschland und in den Niederlanden gefundenen mittelalterlichen Badehäuser hatten eine Grundfläche von 100 bis 200 Quadratmetern. &lt;sup id=&#34;fnref7:23&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:23&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;23&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Das typische römische Stadtbad hatte eine Fläche von etwa 500 m2. &lt;sup id=&#34;fnref8:15&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:15&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;15&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:26&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:26&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:27&#34;&gt;
&lt;p&gt;Butler, Lee. &amp;ldquo;Washing Off the Dust&amp;rdquo;: Baths and Bathing in Late Medieval Japan.&amp;quot; Monumenta Nipponica 60.1 (2005): 1-41.  &lt;a href=&#34;https://web.archive.org/web/20190818120651id_/http://muse.jhu.edu:80/article/182356/pdf&#34;&gt;https://web.archive.org/web/20190818120651id_/http://muse.jhu.edu:80/article/182356/pdf&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:27&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:27&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:28&#34;&gt;
&lt;p&gt;Merry, Adam M., &amp;ldquo;More Than a Bath: An Examination of Japanese Bathing Culture&amp;rdquo; (2013). CMC Senior Theses. Paper 665.
&lt;a href=&#34;http://scholarship.claremont.edu/cmc_theses/665&#34;&gt;http://scholarship.claremont.edu/cmc_theses/665&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:28&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:28&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:28&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref3:28&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref4:28&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:29&#34;&gt;
&lt;p&gt;Gill, A. A. &amp;ldquo;“Chattering” in the Baths: The Urban Greek Bathing Establishment and Social Discourse in Classical Antiquity.&amp;rdquo; (2011).
&lt;a href=&#34;https://tobias-lib.ub.uni-tuebingen.de/xmlui/bitstream/handle/10900/61481/CD27_Gill_CAA2008.pdf?sequence=2&amp;amp;isAllowed=y&#34;&gt;https://tobias-lib.ub.uni-tuebingen.de/xmlui/bitstream/handle/10900/61481/CD27_Gill_CAA2008.pdf?sequence=2&amp;amp;isAllowed=y&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:29&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:30&#34;&gt;
&lt;p&gt;Górnicka, Barbara. Nakedness, shame, and embarrassment: A long-term sociological perspective. Vol. 12. Springer, 2016.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:30&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:30&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:31&#34;&gt;
&lt;p&gt;A Cultural History of Parson’s Pleasure, George Townsend, PhD, Birkbeck, University of London, 2022, unpublished. See also: Dive in! A history of river swimming in Oxford. Museum of Oxford, expo 2023. &lt;a href=&#34;https://moxdigiexhibits.omeka.net/exhibits/show/dive-in#:~:text=Dive%20In!-,A%20history%20of%20river%20swimming%20in%20Oxford,places%20for%20bathing%20and%20swimming&#34;&gt;https://moxdigiexhibits.omeka.net/exhibits/show/dive-in#:~:text=Dive%20In!-,A%20history%20of%20river%20swimming%20in%20Oxford,places%20for%20bathing%20and%20swimming&lt;/a&gt;.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:31&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:32&#34;&gt;
&lt;p&gt;Der egalitäre Charakter des öffentlichen Bades wurde durch die Tatsache verstärkt, dass die Menschen teilweise oder ganz nackt waren. „Man entledigte sich nicht nur seiner Kleidung, sondern auch seines sozialen Ranges und seines materiellen Reichtums, die weitgehend unsichtbar wurden“, schlussfolgert ein Historiker des japanischen öffentlichen Bades. &lt;sup id=&#34;fnref4:28&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:28&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;28&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; „Das wahre Kollektiv ist ein nacktes Kollektiv“, bemerkt ein anderer und bezieht sich dabei auf die russische Banja. Quelle: Gearsimova, A. „My Banya, Your Banya: From Reality to Myth.“ (2016).&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:32&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:33&#34;&gt;
&lt;p&gt;Mietz, Michael. &amp;ldquo;The fuel economy of public bathhouses in the Roman Empire.&amp;rdquo; Master&amp;rsquo;s thesis, Ghent University, Faculty of Arts and Philosophy, Campus Boekentoren, Blandijnberg 2 (2016): 9000. &lt;a href=&#34;https://libstore.ugent.be/fulltxt/RUG01/002/303/996/RUG01-002303996_2016_0001_AC.pdf&#34;&gt;https://libstore.ugent.be/fulltxt/RUG01/002/303/996/RUG01-002303996_2016_0001_AC.pdf&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:33&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:33&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:33&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref3:33&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:34&#34;&gt;
&lt;p&gt;Wilson, A (2012) Raw materials and energy, in &amp;ldquo;The cambridge companion to the roman economy, scheidel 2012.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:34&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:35&#34;&gt;
&lt;p&gt;Ancient deforestation revisited, Journal of the history of biology, 44 (1), 43-57.  &lt;a href=&#34;https://www.researchgate.net/profile/J-Donald-Hughes/publication/45407393_Ancient_Deforestation_Revisited/links/08ce17d911d2244431641d70/Ancient-Deforestation-Revisited.pdf&#34;&gt;https://www.researchgate.net/profile/J-Donald-Hughes/publication/45407393_Ancient_Deforestation_Revisited/links/08ce17d911d2244431641d70/Ancient-Deforestation-Revisited.pdf&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:35&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:36&#34;&gt;
&lt;p&gt;Miliaresis, Ismini. &amp;ldquo;Heating the Stabian Baths at Pompeii.&amp;rdquo; Curious (2021): 83.
&lt;a href=&#34;https://library.oapen.org/bitstream/handle/20.500.12657/58973/1/external_content.pdf#page=91&#34;&gt;https://library.oapen.org/bitstream/handle/20.500.12657/58973/1/external_content.pdf#page=91&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:36&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:36&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:36&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref3:36&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref4:36&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref5:36&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:37&#34;&gt;
&lt;p&gt;In der Studie wird davon ausgegangen, dass die Bäder 24 Stunden pro Tag beheizt wurden und nur zu Wartungszwecken abgeschaltet wurden. Der Brennstoff, der für das anfängliche Aufheizen des Bades verbraucht wurde (im Fall der Stabian-Bäder mit 35 kg berechnet), wird nur einmal zum jährlichen Gesamtenergieverbrauch hinzugerechnet. Die Ergebnisse beruhen auch auf der Annahme, dass das Wasser der Bäder einmal pro Tag gewechselt wurde (und somit einmal pro Tag aus dem kalten Zustand aufgeheizt werden musste).&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:37&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:38&#34;&gt;
&lt;p&gt;Veal, Robyn, and Victoria Leitch. Fuel and Fire in the Ancient Roman World: Towards an integrated economic understanding. McDonald Institute for Archaeological Research, 2019. &lt;a href=&#34;https://www.repository.cam.ac.uk/bitstreams/c349fc20-11d0-4ad4-a2e9-55dccca9f2df/download&#34;&gt;https://www.repository.cam.ac.uk/bitstreams/c349fc20-11d0-4ad4-a2e9-55dccca9f2df/download&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:38&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:38&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:39&#34;&gt;
&lt;p&gt;Miliaresis, Ismini Alexandra. Heating and Fuel Consumption in the Terme del Foro at Ostia. Diss. University of Virginia, 2013. &lt;a href=&#34;https://libraetd.lib.virginia.edu/public_view/5d86p0445&#34;&gt;https://libraetd.lib.virginia.edu/public_view/5d86p0445&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:39&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:40&#34;&gt;
&lt;p&gt;Es ist nicht ganz klar, ob die (kleinen) Fenster in den Stabianer Thermen verglast oder mit Rollläden versehen waren. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der Energieverbrauch sowohl bei verglasten als auch bei unverglasten Fenstern ziemlich ähnlich ist. Die Forumsbäder mit ihren meterhohen Fenstern hätten jedoch im Mai fast 1,5 Mal mehr Holz benötigt, um die Räume mit unverglasten Fenstern zu heizen, und im kältesten Monat mehr als doppelt so viel.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:40&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:41&#34;&gt;
&lt;p&gt;Ring, James W. &amp;ldquo;Windows, baths, and solar energy in the Roman empire.&amp;rdquo; American Journal of Archaeology 100.4 (1996): 717-724.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:41&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:42&#34;&gt;
&lt;p&gt;Dies mag auch für römische Badehäuser gegolten haben, aber ich konnte keinen Hinweis darauf finden. Für Hammamns, siehe zum Beispiel: Sibley, Magda, and Martin Sibley. &amp;ldquo;Hybrid transitions: combining biomass and solar energy for water heating in public bathhouses.&amp;rdquo; Energy Procedia 83 (2015): 525-532.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:42&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:42&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:43&#34;&gt;
&lt;p&gt;Bei einem Brennstoffverbrauch von 7,5 bis 12 kg/Std. liegt der Durchschnitt bei 9,75 kg/Std., was 234 kg Brennholz pro Tag entspricht. Ein kg Holz enthält etwa 5 kWh Wärmeenergie, was den täglichen Brennstoffverbrauch der Forum-Bäder auf 1.170 kWh bringt. Eine Dusche von 8,9 Minuten (der Durchschnitt in den Niederlanden) verbraucht 2,1 kWh Wärmeenergie. &lt;sup id=&#34;fnref3:2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:2&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Fazit: Der tägliche Energieverbrauch der Forum-Bäder entspricht dem von 557 Duschen. Der tägliche Brennstoffverbrauch der kleineren und weniger energieeffizienten Stabianer Thermen entspricht dem Energiebedarf von 378 Duschen.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:43&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:44&#34;&gt;
&lt;p&gt;Brünenberg–Jens-Arne, Monika Trümper–Clemens, et al. &amp;ldquo;Stabian Baths in Pompeii. New Research on the Development of Ancient Bathing Culture.&amp;rdquo; (2019). &lt;a href=&#34;https://www.academia.edu/download/67567783/Truemper_et_al._Stabian_Baths_RM_2019.pdf&#34;&gt;https://www.academia.edu/download/67567783/Truemper_et_al._Stabian_Baths_RM_2019.pdf&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:44&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:45&#34;&gt;
&lt;p&gt;Der Energieverbrauch einer Sauna ist variabler als der einer Dusche, und ich konnte keine zuverlässigen Studien dazu finden. Die von mir verwendeten Daten sind eine grobe Schätzung auf der Grundlage von Zahlen, die ich in Internetforen und auf Websites gefunden habe. Außerdem ist zu beachten, dass das Klima einen Teil des Unterschieds in der Energieeffizienz erklärt: Die Sauna befindet sich oft in einem kalten Klima, während die meisten römischen Bäder am Mittelmeer standen.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:45&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:46&#34;&gt;
&lt;p&gt;Williams, Marilyn T. Washing&amp;rdquo; the great unwashed&amp;quot;: public baths in urban America, 1840-1920. Ohio State University Press, 1991. &lt;a href=&#34;https://kb.osu.edu/bitstream/handle/1811/6282/1/Washing_the_Great_Unwashed.pdf&#34;&gt;https://kb.osu.edu/bitstream/handle/1811/6282/1/Washing_the_Great_Unwashed.pdf&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:46&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:46&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:46&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref3:46&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref4:46&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref5:46&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref6:46&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref7:46&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref8:46&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:47&#34;&gt;
&lt;p&gt;Dillon, Jennifer Reed. Modernity, sanitation and the public bath: Berlin, 1896–1933, as archetype. Duke University, 2007. &lt;a href=&#34;https://dukespace.lib.duke.edu/bitstreams/33e2fe84-16ec-4044-91d6-75d5c87d37e3/download&#34;&gt;https://dukespace.lib.duke.edu/bitstreams/33e2fe84-16ec-4044-91d6-75d5c87d37e3/download&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:47&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:47&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:47&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:48&#34;&gt;
&lt;p&gt;Ladd, Brian K. &amp;ldquo;Public baths and civic improvement in nineteenth-century German cities.&amp;rdquo; Journal of urban history 14.3 (1988): 372-393.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:48&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:48&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:49&#34;&gt;
&lt;p&gt;Das Stuttgarter Badehaus verfügte beispielsweise über zwei große Becken, 300 Umkleidekabinen, 102 Wannenbäder, zwei russisch-römische Bäder, zwei Kaltwasserbäder, ein Sonnenbad und ein Bad für Hunde. Bis zum Ende des Jahrhunderts hatte fast jede deutsche Stadt mindestens ein monumentales Badehaus errichtet, zu dem oft auch ein Restaurant und ein Friseursalon gehörten. &lt;sup id=&#34;fnref4:25&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:25&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;25&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref6:46&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:46&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;46&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:49&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:50&#34;&gt;
&lt;p&gt;New York City baute 25 monumentale Badehäuser, und Boston verfügte über Schwimmbäder und Turnhallen. Andere amerikanische Städte bauten jedoch ausschließlich Duschbäder für die armen Bevölkerungsschichten. Chicago beispielsweise hatte bis 1920 mehr als zwanzig Duschbäder in den Armen- und Arbeitervierteln errichtet. &lt;sup id=&#34;fnref7:46&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:46&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;46&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:50&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:51&#34;&gt;
&lt;p&gt;Deutschland und Österreich errichteten Duschbäder in Armenvierteln, bauten aber auch weiterhin aufwendige und teure Einrichtungen für die höheren Gesellschaftsschichten, von denen viele zwar über eine Wasserversorgung, aber immer noch nicht über Toiletten verfügten. &lt;sup id=&#34;fnref8:46&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:46&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;46&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:51&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:52&#34;&gt;
&lt;p&gt;Talmisānī, Mayy, and Eve Gandossi. The last hammams of Cairo: a disappearing bathhouse culture. American Univ in Cairo Press, 2009.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:52&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:53&#34;&gt;
&lt;p&gt;In Damaskus ging die Zahl der Hammams von 40 in den 1940er Jahren auf 13 im Jahr 2004 zurück. Quelle: Sibley, Magda. &amp;ldquo;The Historic hammāms of Damascus and Fez: lessons of sustainability and future developments.&amp;rdquo; The 23rd conference on passive and low energy architecture (PLEA). 2006. &lt;a href=&#34;https://www.academia.edu/download/52232181/The_Historic_Hammms_of_Damascus_and_Fez_20170321-32624-5s2lbk.pdf&#34;&gt;https://www.academia.edu/download/52232181/The_Historic_Hammms_of_Damascus_and_Fez_20170321-32624-5s2lbk.pdf&lt;/a&gt; Marokko ist eine Ausnahme. In verschiedenen Quellen werden unterschiedliche Zahlen für den Betrieb von Hammams genannt, die zwischen 6.000 und 10.000 Hammams schwanken, die noch mit dem traditionellen Heizsystem betrieben werden. &lt;sup id=&#34;fnref1:42&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:42&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;42&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:53&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:54&#34;&gt;
&lt;p&gt;&amp;ldquo;Tokyo starts effort to revive public bathhouses&amp;rdquo;, Julian Ryall Tokyo, October 1, 2022. &lt;a href=&#34;https://www.dw.com/en/japan-launches-campaign-to-revive-fading-public-bathhouses/a-63282747#:~:text=In%20an%20effort%20to%20protect,pop%20into%20their%20local%20bathhouse&#34;&gt;https://www.dw.com/en/japan-launches-campaign-to-revive-fading-public-bathhouses/a-63282747#:~:text=In%20an%20effort%20to%20protect,pop%20into%20their%20local%20bathhouse&lt;/a&gt;.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:54&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:55&#34;&gt;
&lt;p&gt;&amp;ldquo;Public baths fade from Tokyo, with nearly half gone over 15 years&amp;rdquo;, Natsumi Nakai, October 10, 2023. &lt;a href=&#34;https://www.asahi.com/ajw/articles/15025294#:~:text=Public%20bathhouses%20are%20swiftly%20disappearing,to%20the%20Tokyo%20metropolitan%20government&#34;&gt;https://www.asahi.com/ajw/articles/15025294#:~:text=Public%20bathhouses%20are%20swiftly%20disappearing,to%20the%20Tokyo%20metropolitan%20government&lt;/a&gt;.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:55&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:56&#34;&gt;
&lt;p&gt;&amp;ldquo;Fuel Crisis Forces Syrians to Use Public Baths&amp;rdquo;, Sputnik International, 2023. &lt;a href=&#34;https://sputnikglobe.com/20230131/fuel-crisis-forces-syrians-to-use-public-baths-1106687250.html&#34;&gt;https://sputnikglobe.com/20230131/fuel-crisis-forces-syrians-to-use-public-baths-1106687250.html&lt;/a&gt; See also: &amp;ldquo;Aleppo bathhouse boom as Syria crisis turns showers cold&amp;rdquo;, Africanews, 2021. &lt;a href=&#34;https://www.africanews.com/2021/12/30/aleppo-bathhouse-boom-as-syria-crisis-turns-showers-cold/&#34;&gt;https://www.africanews.com/2021/12/30/aleppo-bathhouse-boom-as-syria-crisis-turns-showers-cold/&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:56&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:57&#34;&gt;
&lt;p&gt;&amp;ldquo;Why we need to bring back the art of communal bathing&amp;rdquo;. Jamie Mackay, Aeon Magazine, 2016. &lt;a href=&#34;https://aeon.co/ideas/why-we-need-to-bring-back-the-art-of-communal-bathing&#34;&gt;https://aeon.co/ideas/why-we-need-to-bring-back-the-art-of-communal-bathing&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:57&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:58&#34;&gt;
&lt;p&gt;Dies gilt insbesondere für Westeuropa, wo der Widerstand so stark wurde, dass das Badehaus in einigen Regionen zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert schließlich verschwand. &lt;sup id=&#34;fnref8:23&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:23&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;23&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Die Gründe für das zeitweilige Aussterben des Badens in Westeuropa - ein einzigartiges Phänomen in der Weltgeschichte - sind unter Historikern umstritten. Einige verweisen auf den Druck der katholischen und protestantischen Kirche, die die mittelalterlichen Badeanstalten zunehmend als Orte der Unmoral und Sünde ansahen. &lt;sup id=&#34;fnref1:59&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:59&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;59&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Andere sehen die Ursache in Epidemien oder verweisen auf veränderte medizinische Ansichten - Ärzte hielten heißes Wasser und Dampf nicht mehr für gesund. &lt;sup id=&#34;fnref9:23&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:23&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;23&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Opposition gab es schon, bevor die organisierte Religion aufkam. Der antike römische Philosoph Seneca stand den großen römischen Bädern kritisch gegenüber und schrieb mehrere Tiraden gegen sie. Er beklagte sich über den Lärm in den Thermen und beschuldigte sie der Extravaganz und des Hedonismus. Siehe z.B.: Moralische Briefe an Lucilius von Seneca. Brief 86. Über die Villa des Scipio. &lt;a href=&#34;https://en.wikisource.org/wiki/Moral_letters_to_Lucilius/Letter_86&#34;&gt;https://en.wikisource.org/wiki/Moral_letters_to_Lucilius/Letter_86&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:58&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:59&#34;&gt;
&lt;p&gt;Im antiken Rom erlaubten einige Badehäuser gemischtes Baden, während andere die männlichen und weiblichen Badegäste trennten. Prostitution war legal, aber die Tatsache, dass die Frau eines Mannes mit anderen Männern gebadet hatte, war ein legitimer Grund für eine Scheidung. &lt;sup id=&#34;fnref9:15&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:15&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;15&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Im muslimischen Spanien wurden erhebliche Geldstrafen gegen Männer verhängt, die sich an Tagen, die den Frauen vorbehalten waren, ins Badehaus schlichen oder beim Spionieren durch die Fenster des Gebäudes erwischt wurden. Frauen riskierten ihre rechtlichen Ansprüche, wenn sie dasselbe taten. Auf den Missbrauch einer Frau in einem Badehaus, selbst wenn er verbal erfolgte, stand die Todesstrafe. Siehe: Powers, James F. &amp;ldquo;Frontier municipal baths and social interaction in thirteenth-century Spain.&amp;rdquo; The American Historical Review 84.3 (1979): 649.667. In den niederländischen Provinzen des Mittelalters unterschieden die Behörden zwischen „ehrlichen“ und „unehrlichen“ Badehäusern. Um die Qualität der „ehrlichen“ Badehäuser zu erhalten, schafften sie das gemischte Baden ab, legten Regeln für die Bademädchen fest und machten die Prostitution im Badehaus illegal. &lt;sup id=&#34;fnref10:23&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:23&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;23&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:59&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:59&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:60&#34;&gt;
&lt;p&gt;Es besteht kein Zweifel daran, dass öffentliche Badehäuser ein Übertragungsfaktor bei früheren Epidemien waren. Medizinische Traktate rieten sogar vom Besuch des Badehauses ab. Dennoch blieben fast alle Bäder geöffnet, sehr wahrscheinlich, weil sie als eine Dienstleistung angesehen wurden, die zu wichtig war, um sie aufzugeben. Zumindest war dies in den mittelalterlichen Niederlanden und im Römischen Reich der Fall, siehe: &lt;sup id=&#34;fnref11:23&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:23&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;23&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref2:21&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:21&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;21&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:60&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:61&#34;&gt;
&lt;p&gt;Wie man wieder nachhaltig Energie aus Biomasse bekommt Kris De Decker, Low-tech Magazine, September 2020. &lt;a href=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/&#34;&gt;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:61&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:62&#34;&gt;
&lt;p&gt;Darüber hinaus wurde das Hypokaustum im Mittelalter weiter verbessert, so dass es noch energieeffizienter als zur Zeit der Römer gemacht werden konnte. Siehe: Heat storage hypocausts: air heating in the middle ages, Kris De Decker, Low-tech Magazine, March 2017. &lt;a href=&#34;https://qelnixcor.cloud/2017/03/heat-storage-hypocausts-air-heating-in-the-middle-ages/&#34;&gt;https://qelnixcor.cloud/2017/03/heat-storage-hypocausts-air-heating-in-the-middle-ages/&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:62&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:63&#34;&gt;
&lt;p&gt;Heizen sie ihr Haus mit einer mechanischen Windkraftanlage, Kris De Decker, Low-tech Magazine, February 2019. &lt;a href=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2019/02/heat-your-house-with-a-mechanical-windmill/&#34;&gt;https://qelnixcor.cloud/de/2019/02/heat-your-house-with-a-mechanical-windmill/&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:63&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:64&#34;&gt;
&lt;p&gt;Forscher der Universität Stuttgart haben beispielsweise ein hybrides Speichersystem entwickelt, das aus einem Druckwasser- und einem Dampfbehälter besteht und als Speicher für Sonnenenergie dient. Der Dampf kann jederzeit in einer Sauna abgelassen werden, während das Wasser zum Heizen des Raumes dient. Siehe: Schaefer, M., et al. &amp;ldquo;Development of a zero-energy-sauna: Simulation study of thermal energy storage.&amp;rdquo; Energy and Buildings 256 (2022): 111659.  &lt;a href=&#34;https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378778821009439&#34;&gt;https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378778821009439&lt;/a&gt;. Ein ganz &amp;rsquo;low-tech&amp;rsquo; Beispiel ist die „Solauna“, die allein mit Sonnenwärme arbeitet, indem man im Wesentlichen einen sehr großen und gut isolierten Solarkastenherd baut. Siehe: &lt;a href=&#34;https://www.biopiscinas.pt/en/solar-sauna/&#34;&gt;https://www.biopiscinas.pt/en/solar-sauna/&lt;/a&gt;. „Lytefire“ erzeugt Hitze und Dampf durch Sonnenlicht, das von Spiegeln auf eine Metallplatte oder einen Beutel mit Steinen konzentriert wird. Siehe: &lt;a href=&#34;https://lytefiresauna.com/en&#34;&gt;https://lytefiresauna.com/en&lt;/a&gt;.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:64&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:65&#34;&gt;
&lt;p&gt;Siehe: &lt;a href=&#34;https://www.designboom.com/architecture/bao-split-bathhouse/&#34;&gt;https://www.designboom.com/architecture/bao-split-bathhouse/&lt;/a&gt;. Ein weiteres Beispiel ist ein 2004 gebautes Badehaus im Ostiran, das mit zwei Solarkollektorfeldern (insgesamt 195 m2) und zwei wärmeisolierten Speichern (je 3 m3) betrieben wird. Die Anlage liefert Warmwasser für zwölf Duschen und vier Bäder und deckt damit den Warmwasserbedarf von 150 Personen pro Tag. Quelle: Azad, E. &amp;ldquo;Design, installation and operation of a solar thermal public bath in eastern iran.&amp;rdquo; Energy for Sustainable Development 16.1 (2012): 68-73. Researchers are also investigating the combined use of biomass furnaces and solar thermal collectors for hammams in Morocco. See: Krarouch, M., et al. &amp;ldquo;Simulation of floor heating in a combined solar-biomass system integrated in a public bathhouse located in Marrakech.&amp;rdquo; IOP Conference Series: Materials Science and Engineering. Vol. 353. No. 1. IOP Publishing, 2018. Siehe auch:  Mohamed, Krarouch, and Haller Michel. &amp;ldquo;Design optimisation of a combined pellets and solar heating systems for water heating in a public bathhouse.&amp;rdquo; Energy Reports 6 (2020): 1628-1635. Siehe auch: Sibley, Magda, Camilla Pezzica, and Chris Tweed. &amp;ldquo;Eco-hammam: the complexity of accelerating the ecological transition of a key social heritage sector in Morocco.&amp;rdquo; Sustainability 13.17 (2021): 9935. Siehe auch: Zbaidi, Mourad, et al. &amp;ldquo;Improving the Energy Efficiency of a Traditional Hammam by Using Two Types of Heat Exchanger.&amp;rdquo; International Journal on Engineering Applications 11.6 (2023).&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:65&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:66&#34;&gt;
&lt;p&gt;How (Not) to Run a Modern Society on Solar and Wind Power Alone, Kris De Decker, Low-tech Magazine, September 2017. &lt;a href=&#34;https://qelnixcor.cloud/2017/09/how-not-to-run-a-modern-society-on-solar-and-wind-power-alone/&#34;&gt;https://qelnixcor.cloud/2017/09/how-not-to-run-a-modern-society-on-solar-and-wind-power-alone/&lt;/a&gt; Siehe auch: Battery Killers: Grid-Interactive Water Heaters, Kris De Decker, No Tech Magazine, May 2015. &lt;a href=&#34;https://www.notechmagazine.com/2015/05/battery-killers-grid-interactive-water-heaters.html&#34;&gt;https://www.notechmagazine.com/2015/05/battery-killers-grid-interactive-water-heaters.html&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:66&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
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    </item>
    
    <item>
      <title>Die Wiederentdeckung der Wärmflasche</title>
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      <pubDate>Thu, 20 Jan 2022 00:00:00 +0000</pubDate>
      
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      <description>&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/hot-water-bottles-bar-terrace_dithered.png&#34; alt=&#39;Wärmflaschen können viel Energie und Geld sparen, ohne dass der Wärmekomfort darunter leidet. Sie funktionieren sowohl in Innenräumen als auch im Freien. Illustration: Marie Verdeil.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Wärmflaschen können viel Energie und Geld sparen, ohne dass der Wärmekomfort darunter leidet. Sie funktionieren sowohl in Innenräumen als auch im Freien. Illustration: Marie Verdeil.  
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&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Eine Wärmflasche ist ein verschließbarer, mit heißem Wasser gefüllter Behälter, der oft von einer Textilhülle umschlossen ist und zum Zwecke des Wärmekomforts direkt auf eine Körperstelle gelegt wird. In einigen Ländern wie in Großbritannien und Japan ist die Wärmflasche immer noch ein gängiger Gebrauchsgegenstand, aber in den meisten Industrieländern ist sie weitgehend in Vergessenheit geraten oder wird nicht mehr ernst genommen. Diejenigen, die sie noch kennen, assoziieren sie in der Regel eher mit Schmerzlinderung als mit Wärmekomfort, oder sie halten ihre Verwendung für eine überholte Praxis für Arme und ältere Menschen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als ich jedoch zwei Dutzend Wärmflaschen als Weihnachtsgeschenk an Freunde und Verwandte verschickte, waren die Reaktionen fast ausnahmslos begeistert. Die Leute zeigen sich sehr überrascht, dass ein so bescheidener Gegenstand so viel Behaglichkeit spenden kann. Da ich weder die Zeit noch das Geld habe, um Wärmflaschen an jeden Menschen zu verschicken, habe ich diesen Artikel geschrieben. Er basiert weitgehend auf meiner persönlichen Erfahrung – ich benutze Wärmflaschen seit vielen Jahren und sie sind die einzige Wärmequelle in meiner Wohnung.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;die-geschichte-der-wärmflasche&#34;&gt;Die Geschichte der Wärmflasche&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Der kroatische Erfinder Eduard Penkala ließ sich die Wärmflasche aus Gummi – die er “Termofor” nannte – 1903 patentieren. Sie kam jedoch nicht aus dem Nichts. Tatsächlich reicht die Geschichte der Wärmflasche Tausende von Jahren zurück, wenn auch in unterschiedlichen Formen.&lt;/p&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/warmwaterzak_dithered.png&#34; alt=&#39;Wärmflasche aus Gummi, hergestellt in Deutschland (1925-35). Quelle: Museum Rotterdam.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Wärmflasche aus Gummi, hergestellt in Deutschland (1925-35). Quelle: [Museum Rotterdam](https://museumrotterdam.nl/collectie/item/76113-A-B). 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Die ersten “Wärmflaschen” waren nichts anderes als Menschen und Tiere. Seit Menschengedenken haben sich die Menschen eng aneinander gekuschelt, um sich zu wärmen. So war es zum Beispiel üblich, dass alle Familienmitglieder und sogar Gäste zusammen in einem Bett schliefen. &lt;sup id=&#34;fnref:1&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:1&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Und man nutzte auch seine Tiere als lebende “Wärmflaschen” mit Fell.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kuschelte sich an Kühe und Schweine, die sich den Wohnraum teilten oder im darunter liegenden Stall waren. Im 18. Jahrhundert benutzen Frauen der Oberschicht speziell gezüchtete Zwergpudel (“Handhunde”), um ihren Schoß und ihre Hände warm zu halten. [^2] Persönliche Wärmequellen gab es auch in Form von Gegenständen (Steine, Ziegel, Kartoffeln), die im oder neben dem Feuer erhitzt wurden. Sie wurden dann in Stoff oder Papier eingewickelt und in die Kleidung oder ins Bett gesteckt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bereits um 1500 begannen die Menschen, alle Arten von tragbaren Behältern mit heißen Kohlen zu füllen. Diese wurden als Fußwärmer, Handwärmer und Bettwärmer verwendet. &lt;sup id=&#34;fnref:2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:2&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Die meisten waren aus Metall, entweder Messing oder Kupfer, und befanden sich in Holz- oder Keramikhüllen, um Verbrennungen zu vermeiden. Im Laufe der Zeit wurden die heißen Kohlen durch heißes Wasser ersetzt, das ein sauberes und weniger gefährliches Wärmespeichermedium ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die ersten “echten” Wärmflaschen waren zunächst aus hartem Material wie Glas, Metall oder Keramik gefertigt. Erst mit der Erfindung von vulkanisiertem Gummi im neunzehnten Jahrhundert wurden komfortablere, leichte und flexible Wärmflaschen möglich. Spanische Freunde haben mir von Wärmflaschen erzählt, die aus Leder hergestellt wurden, obwohl ich diese Information nicht überprüfen konnte. Das wäre nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass überall auf der Welt “Schläuche” zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten verwendet wurden.&lt;/p&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/VictorianCollections-large_dithered.png&#34; alt=&#39;Ein Beispiel für eine Wärmflasche, die Mitte des 20. Jahrhunderts in Haushalten üblich war, bevor Gummiwärmflaschen verwendet wurden (1940er Jahre, Melbourne, Australien). Quelle: Victorian Collections. https://victoriancollections.net.au/items/5a2622e921ea6a17dcba0799.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Ein Beispiel für eine Wärmflasche, die Mitte des 20. Jahrhunderts in Haushalten üblich war, bevor Gummiwärmflaschen verwendet wurden (1940er Jahre, Melbourne, Australien). Quelle: Victorian Collections. [https://victoriancollections.net.au/items/5a2622e921ea6a17dcba0799](https://victoriancollections.net.au/items/5a2622e921ea6a17dcba0799). 
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/Copper-foment-can-England-1880-1930_dithered.png&#34; alt=&#39;Eine Fomentationskanne wird mit heißem Wasser gefüllt und ähnlich wie eine Wärmflasche verwendet, um dem Körper Wärme zuzuführen. Fomentation bedeutet eigentlich “das Auftragen von warmen Flüssigkeiten zur Behandlung der Haut”. Diese ovale Kanne ist so gebogen, dass sie sich dem Körper anpasst. Hersteller: Kenworthy Son and Company. Herstellungsort: Southport, Sefton, Merseyside, England, Großbritannien. Quelle: Science Museum, London. (CC BY 4.0). https://wellcomecollection.org/works/gf42542b.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Eine Fomentationskanne wird mit heißem Wasser gefüllt und ähnlich wie eine Wärmflasche verwendet, um dem Körper Wärme zuzuführen. Fomentation bedeutet eigentlich “das Auftragen von warmen Flüssigkeiten zur Behandlung der Haut”. Diese ovale Kanne ist so gebogen, dass sie sich dem Körper anpasst. Hersteller: Kenworthy Son and Company. Herstellungsort: Southport, Sefton, Merseyside, England, Großbritannien. Quelle: Science Museum, London. (CC BY 4.0). [https://wellcomecollection.org/works/gf42542b](https://wellcomecollection.org/works/gf42542b). 
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/Hexagonal-hot-water-bottle-Austria-1791-1798_dithered.png&#34; alt=&#39;Sechseckige Wärmflasche, Österreich, 1791-1798. Diese sechseckige Wärmflasche ist aus Zinn gefertigt und mit einer Waldszene verziert. Quelle: Science Museum, London. (CC BY 4.0). https://wellcomecollection.org/works/b452vwjm.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Sechseckige Wärmflasche, Österreich, 1791-1798. Diese sechseckige Wärmflasche ist aus Zinn gefertigt und mit einer Waldszene verziert. Quelle: Science Museum, London. (CC BY 4.0). [https://wellcomecollection.org/works/b452vwjm](https://wellcomecollection.org/works/b452vwjm). 
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/foot-warmer-Lister-Ward_dithered.png&#34; alt=&#39;Dieser Fußwärmer (aus dem Jahr 1927) wurde in Krankenhäusern verwendet, um Patienten warm zu halten. Der aus verzinntem Eisen gefertigte Wärmer wurde mit heißem Wasser gefüllt und mit einem Stöpsel verschlossen. Herstellungsort: Glasgow, Schottland, Großbritannien. Quelle: Science Museum, London. (CC BY 4.0). https://wellcomecollection.org/works/mfjujndv&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Dieser Fußwärmer (aus dem Jahr 1927) wurde in Krankenhäusern verwendet, um Patienten warm zu halten. Der aus verzinntem Eisen gefertigte Wärmer wurde mit heißem Wasser gefüllt und mit einem Stöpsel verschlossen. Herstellungsort: Glasgow, Schottland, Großbritannien. Quelle: Science Museum, London. (CC BY 4.0). [https://wellcomecollection.org/works/mfjujndv](https://wellcomecollection.org/works/mfjujndv) 
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/M0354_930804-004_1_dithered.png&#34; alt=&#39;Französischer Fußwärmer, Datum unbekannt. Quelle: Musée Départemental Albert Demard&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Französischer Fußwärmer, Datum unbekannt. Quelle: Musée Départemental Albert Demard 
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&lt;h2 id=&#34;wärmflaschen-heute&#34;&gt;Wärmflaschen heute&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die klassische Wärmflasche, die Sie heute kaufen können, besteht entweder aus Gummi oder aus PVC-Kunststoff. Letzterer hat aber kaum Vorteile. Er ist oft etwas billiger und kann transparent gemacht werden, aber im Gegensatz zu Gummi enthält er giftige Chemikalien um den Kunststoff flexibel zu machen. Eine dritte Möglichkeit – die etwas schwieriger zu finden ist – sind starre Wärmflaschen aus Hartplastik, die keine chemischen Weichmacher enthalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die typische japanische Wärmflasche (der “Yutanpo”) ist eine solche. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert. Damals wurde sie noch aus Metall oder Keramik hergestellt. Natürlich kann jeder verschließbare Behälter als Wärmflasche verwendet werden. Ich habe mit Erfolg Trinkflaschen aus Metall und sogar PET-Plastikflaschen verwendet – dazu später mehr.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Trotz ihres altbackenen Rufs hat die Wärmflasche in letzter Zeit einige interessante Neuerungen erfahren.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die typische Wärmflasche ist mehr oder weniger rechteckig und kann bis zu zwei Liter Wasser fassen. Doch trotz ihres altbackenen Rufs hat die Wärmflasche in letzter Zeit einige interessante Neuerungen erfahren. Es gibt mittlerweile deutlich kleinere Modelle, die zwischen 0,2 und 0,8 Liter Wasser fassen. Nach ihrer Hülle zu urteilen, sind sie vor allem für Kinder gedacht, aber Erwachsene können sie auch in die Jackentasche oder in die Kleidung stecken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und es gibt auch größere Wärmflaschen, die bis zu drei Liter Wasser oder mehr fassen. Die erfolgreichste Neuheit schließlich hat die Form eines Hotdogs: Es handelt sich um eine 80 Zentimeter lange Wärmflasche, die um die Taille gebunden werden kann. Aber auch auf dem Sofa oder im Bett ist dieses Modell sehr bequem und kann problemlos von zwei Personen genutzt werden. Sie fasst bis zu zwei Liter Wasser.&lt;/p&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/waterbottle002_dithered.png&#34; alt=&#39;Wärmflaschen aus Gummi und PVC. Bild von Marie Verdeil.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Wärmflaschen aus Gummi und PVC. Bild von Marie Verdeil.  
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&lt;/div&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/waterbottle005_dithered.png&#34; alt=&#39;Wärmflaschen aus Gummi. Bild von Marie Verdeil.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Wärmflaschen aus Gummi. Bild von Marie Verdeil.  
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/yutampo2_dithered.png&#34; alt=&#39;Eine japanische Wärmflasche aus Hartplastik – auch Yutampo genannt. Quelle: All About Japan. https://allabout-japan.com/en/article/6244/&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Eine japanische Wärmflasche aus Hartplastik – auch Yutampo genannt. Quelle: All About Japan. [https://allabout-japan.com/en/article/6244/](https://allabout-japan.com/en/article/6244/) 
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&lt;/div&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/maruka-yutampo_dithered.png&#34; alt=&#39;Das japanische Yutampo ist weiterhin in Metall erhältlich. Quelle: Maruka.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Das japanische Yutampo ist weiterhin in Metall erhältlich. Quelle: Maruka.  
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;wärmflaschen-können-vielfältig-genutzt-werden&#34;&gt;Wärmflaschen können vielfältig genutzt werden&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wer Wärmflaschen kennt, denkt meist an einen Bettgenossen. Aber sie können einen wirklich überall und den ganzen Tag über warm halten. Nicht nur auf dem Sofa, sondern auch am Tisch oder am Schreibtisch. Man kann sich z. B. mit einer oder mehreren Wärmflaschen umgeben, während man auf einem Stuhl sitzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Je nach Temperatur verwende ich eine, zwei oder sogar drei Wärmflaschen auf einmal. Ich lege sie auf den Schoß, in den unteren Rücken und/oder unter die Füße. Auch wenn die Wärmflasche nur diese Körperteile direkt erwärmt, verteilt sich ihre Wärme dank der Blutzirkulation überall im Körper.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann die Wärmflasche auch unter einer Decke verwenden, um es noch bequemer zu haben. Wenn ich mir eine Decke über den Schoß lege, während ich am Schreibtisch sitze, bleibt die Wärmflasche länger warm.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Noch besser sind Decken mit einem Loch in der Mitte, durch das man den Kopf stecken kann – eigentlich Ponchos – oder solche mit Ärmeln. Wenn sie groß genug sind, können sie wie Zelte verwendet werden und den ganzen Körper in dem von den Wärmflaschen geschaffenen Mikroklima halten. Eine Wärmequelle mit lockerer Kleidung zu umhüllen, war früher eine recht verbreitete Strategie, um sich warm zu halten.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/hot-water-bottles-kotatsu-grey-background_dithered.png&#34; alt=&#39;Eine Decke hält die Wärme der Wärmflaschen zurück. Illustration von Marie Verdeil.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Eine Decke hält die Wärme der Wärmflaschen zurück. Illustration von Marie Verdeil.  
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&lt;/div&gt;
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&lt;p&gt;Man kann sogar noch einen Schritt weiter gehen, indem man eine große Decke über den Schreibtisch oder Tisch legt und dann die Beine darunter schiebt. Solche einfachen Heizvorrichtungen wurden in verschiedenen Teilen der Welt verwendet, meist mit heißer Kohle als Wärmequelle. Beispiele sind das japanische “Kotatsu”, das nahöstliche “Korsi” und das spanische “Brasero de Picón”.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die ersten beiden sind eher niedrig – man sitzt auf dem Boden –, während der letztere der üblichen Sitzhöhe in der westlichen Welt entspricht. Es ist einfach, eine solche Heizvorrichtung zu bauen, und ein paar Wärmflaschen sind die ultimative Wärmequelle dafür.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;wärmflaschen-im-freien-und-unterwegs&#34;&gt;Wärmflaschen im Freien und unterwegs&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die obigen Ausführungen gelten natürlich nur für Personen, die sich nicht fortbewegen. Der Bedarf an einer externen Wärmequelle nimmt ab, wenn wir uns bewegen und körperlich aktiv sind, da unser Körper selbst mehr Wärme produziert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dennoch können Wärmflaschen auch dann warm halten, wenn wir Dinge im Stehen erledigen oder uns durch einen Raum oder ein Gebäude bewegen. Sie können unter der Kleidung oder sogar in speziell dafür vorgesehenen Taschen oder Rucksäcken getragen werden. Ein kleiner Rucksack mit einer Wärmflasche zwischen den Schulterblättern funktioniert auch sehr gut auf einem Stuhl.&lt;/p&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/hot-water-bottles-school_dithered.png&#34; alt=&#39;Wärmflaschen sorgen für Wärmekomfort bei geöffneten Fenstern. Illustration von Marie Verdeil.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Wärmflaschen sorgen für Wärmekomfort bei geöffneten Fenstern. Illustration von Marie Verdeil.  
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&lt;/div&gt;
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&lt;p&gt;Wärmflaschen funktionieren also drinnen und draußen gleichermaßen – vorausgesetzt, der Körper ist vor Wind und Regen geschützt – oder in Innenräumen bei geöffneten Fenstern. Moderne Zentralheizungen sorgen für thermische Behaglichkeit, indem sie hauptsächlich die Raumluft erwärmen, was natürlich weder im Freien noch bei geöffneten Fenstern funktioniert. Eine Wärmflasche hingegen gibt ihre Wärme über direkte Wärmeleitung (“Konduktion”) an den Körper ab. &lt;a href=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2015/02/restoring-the-old-way-of-warming-heating-people-not-places/&#34;&gt;Sie wärmt Menschen, nicht Räume&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dies macht Wärmflaschen auch zu einer praktischen und nachhaltigen Alternative zu Terrassenheizungen in Bars und Restaurants. Die Investition ist minimal: eine Reihe von Wärmflaschen und ein Wasserkocher. Das Wasser kann immer wieder verwendet werden. Alternativ könnte jeder seine eigene Wärmflasche mitbringen und sie auf der Terrasse auffüllen.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Wärmflaschen sind eine praktische und nachhaltige Alternative zu Terrassenheizungen in Bars und Restaurants.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Man könnte sogar noch weiter gehen und eine öffentliche Infrastruktur ins Auge fassen, in der man seine Wärmflasche nicht nur in Bars, sondern an verschiedenen Orten wie Schulen, Büros und öffentlichen Plätzen auffüllen kann. &lt;sup id=&#34;fnref:3&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:3&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;3&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Die Menschen könnten sich um Wärmespender versammeln, so wie sie sich auch an Wasserspendern treffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Historisch gesehen wurden Wärmflaschen – und ihre Vorgänger auf Kohlebasis – auch außerhalb des Hauses verwendet – z. B. in Kutschen,  Zügen und unbeheizten Kirchen. Kleinere Wärmequellen wurden in Handwärmer oder Manteltaschen gesteckt. Heutzutage könnte man heißes Wasser einfach in einer Thermosflasche mitnehmen und Stunden später in seine Wärmflasche umfüllen.&lt;/p&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/Stoneware_Queens_Muff_Warmer_H_as151a1645z_dithered.png&#34; alt=&#39;“Queens Muff Warmer” aus Steingut. Quelle: Antiques Atlas. https://www.antiques-atlas.com.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 “Queens Muff Warmer” aus Steingut. Quelle: Antiques Atlas. [https://www.antiques-atlas.com](https://www.antiques-atlas.com). 
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/Curved-rectangular-hot-water-bottle-France-1751-1810_dithered.png&#34; alt=&#39;Gewölbte rechteckige Wärmflasche, Frankreich, 1751-1810. Diese Wärmflasche aus Weißmetall, einer Legierung aus Zinn und Blei, ist mit Vögeln und Pflanzen graviert und hat eine geschwungene Form, damit sie eng am Körper anliegt. Quelle: Science Museum, London. (CC BY 4.0). https://wellcomecollection.org/works/g5ufhayn.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Gewölbte rechteckige Wärmflasche, Frankreich, 1751-1810. Diese Wärmflasche aus Weißmetall, einer Legierung aus Zinn und Blei, ist mit Vögeln und Pflanzen graviert und hat eine geschwungene Form, damit sie eng am Körper anliegt. Quelle: Science Museum, London. (CC BY 4.0). [https://wellcomecollection.org/works/g5ufhayn](https://wellcomecollection.org/works/g5ufhayn).  
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&lt;h2 id=&#34;wie-viel-energie-kann-man-mit-wärmflaschen-einsparen&#34;&gt;Wie viel Energie kann man mit Wärmflaschen einsparen?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Es überrascht nicht, dass es wenig – oder eigentlich gar keine – akademische Forschung über das Energiesparpotenzial von Wärmflaschen gibt. Lowtech-Lösungen werden selten ernst genommen. Stattdessen haben Wissenschaftler in den letzten Jahren aufwendige persönliche Hilfsmittel wie elektrisch beheizbare Schreibtische und Stühle, Wärmestrahler oder batteriebetriebene Heizkissen untersucht. &lt;sup id=&#34;fnref:4&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:4&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;4&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:5&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:5&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;5&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:6&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:6&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;6&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Alternativen erscheinen im Vergleich zur Wärmflasche unnötig kompliziert. Wasser kann auf viele Arten erhitzt werden, sowohl mit Hightech als auch mit Lowtech, und die Gefäße können aus lokal verfügbaren Materialien hergestellt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dennoch zeigen diese Studien, dass auch solche technischen Wärmequellen, die eine ähnliche Wirkung wie Wärmflaschen haben, viel Energie sparen und gleichzeitig das Wohlbefinden erhalten und oft sogar verbessern. So zeigte eine Studie, dass die Senkung des Thermostats in einem Büro von 20,5°C auf 18,8°C den thermischen Komfort sogar erhöht, wenn die Mitarbeiter stattdessen auf einem beheizten Bürostuhl sitzen können. Dabei ging der Energieverbrauch um 35 % zurück.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt nur wenige Maßnahmen an der Gebäudehülle, die mit einer so geringen Investition so große Energieeinsparungen erreichen können, und dennoch war die Senkung der Lufttemperatur in diesem Experiment alles andere als radikal. Würden persönliche Wärmequellen mit &lt;a href=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2011/02/insulation-first-the-body-then-the-home/&#34;&gt;wärmerer Kleidung und/oder Decken kombiniert&lt;/a&gt;, könnte die Energieeinsparung noch viel größer ausfallen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine andere Möglichkeit, das Energiesparpotenzial der Wärmflasche zu untersuchen, besteht darin, zu berechnen, wie viel Energie für die Zubereitung einer Wärmflasche benötigt wird, und dies mit dem Energieverbrauch einer Zentralheizung zu vergleichen. Da Wärmflaschen aus Gummi oder PVC für eine sichere und bequeme Nutzung nur zu zwei Dritteln gefüllt werden können, gehe ich von einem etwas größeren Modell (drei Liter) aus, das in der Praxis mit zwei Litern Wasser befüllt wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit gilt die Berechnung auch für Behälter, die vollständig gefüllt werden können, wie z. B. die japanischen Yutampo. Wir brauchen 4.200 Joule, um die Temperatur von 1 Liter um 1 Grad Celsius zu erhöhen. Das bedeutet, dass das Erwärmen von 2 Litern Wasser von 10°C auf 60°C 420 Kilojoule oder 116,7 Watt pro Stunde erfordert.&lt;/p&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/sleep-well_dithered.png&#34; alt=&#39;Werbung für die “Cosimax”-Wärmflaschen von Westbrook &amp;amp;amp; Thompson Ltd, hergestellt aus Dunlop-Gummi. 1938. Science Museum / Science &amp;amp;amp; Society Picture Library. Quelle: https://www.ssplprints.com/image/95677/sleep-well-hot-water-bottle-august-1938.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Werbung für die “Cosimax”-Wärmflaschen von Westbrook &amp; Thompson Ltd, hergestellt aus Dunlop-Gummi. 1938. Science Museum / Science &amp; Society Picture Library. Quelle: [https://www.ssplprints.com/image/95677/sleep-well-hot-water-bottle-august-1938](https://www.ssplprints.com/image/95677/sleep-well-hot-water-bottle-august-1938). 
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&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Im Vergleich dazu liegt der durchschnittliche Energieverbrauch eines Haushalts für das Heizen mit Gas in Belgien, wo ein gemäßigtes Klima herrscht, bei 20.000 kWh pro Jahr. Geht man davon aus, dass die durchschnittliche belgische Heizung sechs Monate im Jahr genutzt wird, entspricht der tägliche Energieverbrauch 109,6 kWh pro Tag. Damit könnte man etwa 900 Wärmflaschen pro Tag befüllen – genug, um die ganze Nachbarschaft warm zu halten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nehmen wir an, vier Familienmitglieder benutzen jeweils zwei Wärmflaschen gleichzeitig und erhitzen sie alle zwei Stunden, insgesamt 16 Stunden lang. Die Gesamtenergiekosten würden dann immer noch unter 4 kWh liegen, fast 30 Mal niedriger als der Durchschnittsverbrauch einer belgischen Familie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit soll nicht gesagt werden, dass die Wärmflasche eine Zentralheizung generell vollständig ersetzen soll. Aber die kurzen und milden Winter hier in Barcelona machen das für mich tatsächlich möglich, denn meine ungeheizte Wohnung wird eigentlich nie kälter als 12°C.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In weniger günstigen Klimazonen können Wärmflaschen mit einer Zentralheizung kombiniert werden. Die Wärmflaschen schaffen Inseln des thermischen Komforts für Aktivitäten mit geringem Stoffwechsel, während der Rest des Raums eine ausreichende Temperatur hat, um sich darin zu bewegen oder körperlich aktiv zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;sicherheit&#34;&gt;Sicherheit&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Heißes Wasser ist weniger gefährlich als glimmende Kohle, aber es ist nicht ungefährlich und Wärmflaschen sollten immer mit Vorsicht verwendet werden. In der Betriebsanleitung steht, kein kochendes Wasser zu verwenden, was bereits ein guter Rat ist, aber heißes Wasser muss nicht kochen, um gefährlich zu werden. Wasser mit einer Temperatur von über 60 °C kann verbrühen und zu sehr schweren Verletzungen führen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Daher wird empfohlen, nur nicht ganz so heißes Wasser mit einer Temperatur unter 60°C zu verwenden. Diese Temperatur ist ausreichend hoch, um sich wohlzufühlen, und der einzige Vorteil der Verwendung von heißerem Wasser besteht darin, dass man es seltener erhitzen muss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu heißes Wasser kann Ihnen in mehrfacher Hinsicht schaden. Erstens besteht immer die Gefahr, dass Sie beim Einfüllen der Flasche heißen Wasser auf Ihre Hände verschütten. Zweitens kann eine Wärmflasche aus Gummi oder Kunststoff undicht werden, entweder durch den Deckel oder durch die Nähte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und schließlich, und das ist das schlimmste Szenario, kann eine Wärmflasche platzen und zwei Liter heißes Wasser über Ihren Körper ausgießen. Solche Unfälle sind selten, da Wärmflaschen heutzutage nach hohen Qualitätsstandards hergestellt werden. Sie kommen jedoch vor, zumeist wenn die Wärmflasche altersbedingt spröde geworden ist.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/jayne-mansfield-hot-water-bottle-ad-1_dithered.png&#34; alt=&#39;Die “Jayne Mansfield Hot Water Bottle” kam 1957 auf den Markt. Die Mansfield-Figur – in einer Pin-up-Pose mit den Händen im Nacken und in einem aufgemalten schwarzen Bikini – besteht aus “errötendem” rosafarbenem Kunststoff mit einem hutförmigen Verschluss und ist von Kopf bis Fuß fast 50 cm groß. Quelle: https://vintagenewsdaily.com/at-the-height-of-her-career-in-the-1950s-jayne-mansfield-even-modeled-for-this-awesome-hot-water-bottle/.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Die “Jayne Mansfield Hot Water Bottle” kam 1957 auf den Markt. Die Mansfield-Figur – in einer Pin-up-Pose mit den Händen im Nacken und in einem aufgemalten schwarzen Bikini – besteht aus “errötendem” rosafarbenem Kunststoff mit einem hutförmigen Verschluss und ist von Kopf bis Fuß fast 50 cm groß. Quelle: [https://vintagenewsdaily.com/at-the-height-of-her-career-in-the-1950s-jayne-mansfield-even-modeled-for-this-awesome-hot-water-bottle/](https://vintagenewsdaily.com/at-the-height-of-her-career-in-the-1950s-jayne-mansfield-even-modeled-for-this-awesome-hot-water-bottle/). 
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&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Um Wärmflaschen aus Gummi oder PVC bei höheren Temperaturen sicher zu verwenden, ist es wichtig, sie sorgfältig zu behandeln und sie nach einigen Jahren Gebrauch auszutauschen. Wenn Sie wirklich höhere Wassertemperaturen verwenden wollen, sind Wärmflaschen aus Metall – mit einer Hülle, um Hautverbrennungen zu vermeiden – die sicherste Option.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn Sie nur Wasser unter 60°C verwenden, ist das Schlimmste, was passieren kann, dass Sie nass werden. Wenn Sie PET-Wärmflaschen verwenden, sollten Sie sich unbedingt an die Höchsttemperatur halten, denn bei höheren Temperaturen könnten sie schmelzen. Außerdem sollte das heiße Wasser aus einer PET-Wärmflasche nicht zum Trinken verwendet werden, da die höheren Temperaturen Chemikalien freisetzen können.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;wasserverbrauch-und-infrastruktur&#34;&gt;Wasserverbrauch und Infrastruktur&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wärmflaschen benötigen eine Wasserquelle. Man kann das gleiche Wasser tausende Male wiederverwenden und so den Wasserverbrauch auf wenige Liter für die gesamte Lebensdauer der Wärmflasche beschränken. Das ist jedoch nicht immer die praktikabelste Lösung. In modernen Haushalten kommt heißes Wasser üblicherweise aus einem Wasserkocher, einem Topf auf dem Herd oder dem Warmwasserhahn.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heißes Leitungswasser ist zwar die sicherste Wasserquelle für eine Wärmflasche, aber wenn das Wasser abgekühlt ist, gibt es keine Möglichkeit, es zum Wiederaufwärmen zurück in die Leitungen zu bringen. Außerdem dauert es einen Moment, bis heißes Wasser aus dem Hahn kommt, so dass effektiv mehr als zwei Liter Wasser verbraucht werden.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Selbst eine etwas geringere Duschhäufigkeit liefert problemlos das Wasser und die Energie für den Dauerbetrieb der Wärmflasche.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die Verwendung eines Wasserkochers – oder eines Topfes auf dem Herd – macht es einfach, das gleiche Wasser immer wieder zu verwenden, hat aber auch Nachteile. Erstens: Wenn Ihr Wasserkocher nicht mit einer variablen Tempreratureinstellung ausgestattet ist, müssen Sie sicherstellen, dass das Wasser nicht zu heiß wird. Ich löse dieses Problem, indem ich ein Digitalthermometer in den Wasserkocher halte, während ich das Wasser erwärme.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zweitens: Wenn Sie das Wasser aus Gummiwärmflaschen wieder aufwärmen, kann der Wasserkocher (oder der Teekessel) nicht mehr zum Erhitzen von Wasser für den menschlichen Verzehr verwendet werden, da das Wasser einen schlechten Geschmack annimmt. Sie müssen also entweder einen separaten Wasserkocher für das Wasser in den Wärmflaschen verwenden oder das Wasser im einzigen Wasserkocher im Haus erhitzen und es dann nach der Verwendung in den Ausguss gießen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Selbst wenn das Wasser nicht für andere Zwecke wiederverwendet wird (z. B. zum Gießen der Pflanzen), ist die Verschwendung recht gering. Einmal &lt;a href=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2019/10/mist-showers-sustainable-decadence/&#34;&gt;duschen&lt;/a&gt; kann im Durchschnitt bis zu 37 Wärmflaschen füllen. Ebenso entspricht eine durchschnittliche Dusche der Energiemenge, die benötigt wird, um 17 Wärmflaschen zu erwärmen (die heißeres Wasser benötigen als das Duschwasser). Schon eine etwas geringere Duschhäufigkeit liefert Ihnen also problemlos das Wasser und die Energie für eine kontinuierliche Nutzung von Wärmflaschen.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/stone-bottle_dithered.png&#34; alt=&#39;Wärmflasche aus Keramik (1901-1910). Quelle: Auckland War Memorial Museum&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Wärmflasche aus Keramik (1901-1910). Quelle: Auckland War Memorial Museum 
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&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2022/01/the-revenge-of-the-hot-water-bottle/images/dithers/te-aburi_dithered.png&#34; alt=&#39;Japaner boten ihren Gästen einen kleinen rundlichen Keramiktopf – einen “te-aburi” – an, der mit heißer Kohle gefüllt war. Handwärmer aus Kupfer oder Bronze mit einem Durchmesser von wenigen Zentimetern, die oft perforiert waren und Tragegriffe hatten – “shou lu” genannt – wurden in China verwendet. Das Bild ist gemeinfrei. Lesen Sie mehr: https://homethingspast.com/2011/11/26/hand-warmers-muff-warmer/.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Japaner boten ihren Gästen einen kleinen rundlichen Keramiktopf – einen “te-aburi” – an, der mit heißer Kohle gefüllt war. Handwärmer aus Kupfer oder Bronze mit einem Durchmesser von wenigen Zentimetern, die oft perforiert waren und Tragegriffe hatten – “shou lu” genannt – wurden in China verwendet. Das Bild ist gemeinfrei. Lesen Sie mehr: [https://homethingspast.com/2011/11/26/hand-warmers-muff-warmer/](https://homethingspast.com/2011/11/26/hand-warmers-muff-warmer/). 
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&lt;h2 id=&#34;kalte-wärmflaschen&#34;&gt;Kalte “Wärmflaschen”&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wärmflaschen können auch zum Kühlen verwendet werden. In diesem Fall werden sie mit kaltem Wasser gefüllt oder in den Gefrierschrank gelegt. Das Kühlen von Menschen ist viel energieeffizienter als das Kühlen von Räumen. Ich habe keine Klimaanlage und verlasse mich im Sommer, wenn die Temperaturen meist über 30°C liegen, ausschließlich auf &lt;a href=&#34;https://qelnixcor.cloud/2014/09/the-revenge-of-the-circulating-fan/&#34;&gt;Ventilatoren&lt;/a&gt;  und kalte Wärmflaschen. Ich verwende diese “Kaltwasserflaschen” auf ähnliche Weise wie Wärmflaschen – sie kommen ins Bett, unter meine Füße oder an meinen Rücken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Kühlen verwende ich PET-Wärmflaschen und Trinkflaschen aus Metall, aber keine Gummiwärmflaschen, da diese hart und brüchig werden. Achten Sie darauf, die Flasche nicht vollständig zu füllen – Wasser dehnt sich aus, wenn es gefroren ist – und die Flasche in eine Schutzhülle zu stecken,  um ein Erfrieren der Haut zu verhindern. Bedenken Sie auch, dass sie außen etwas nass werden, wenn das Eis schmilzt – dieser Effekt verstärkt jedoch noch die Kühlung. Wie warme Wärmflaschen können auch kalte Wärmflaschen sowohl drinnen als auch draußen verwendet werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[^2] : &lt;a href=&#34;https://www.encompassingdesigns.com/blog/hot-water-bottlesa-thing-of-the-past&#34;&gt;https://www.encompassingdesigns.com/blog/hot-water-bottlesa-thing-of-the-past&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;footnotes&#34; role=&#34;doc-endnotes&#34;&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id=&#34;fn:1&#34;&gt;
&lt;p&gt;Dieser Brauch war mit strengen Regeln verbunden. So schliefen beispielsweise männliche Besucher auf der einen Seite des Bettes, während die Töchter der Familie auf der anderen Seite lagen. Quelle: Ekirch, A. Roger. At day&amp;rsquo;s close: night in times past. WW Norton &amp;amp; Company, 2006.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:1&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:2&#34;&gt;
&lt;p&gt;Die “Wärmepfanne” oder der “Bettwärmer” war ein Metallbehälter, der mit heißen Kohlen gefüllt und mit einem langen Griff versehen war. Er wurde zwischen die Bettlaken geschoben und dann quer über das Bett bewegt, um alle Ecken zu erwärmen, bevor jemand in das Bett stieg. Eine weitere Lösung, um das Bett zu wärmen, war der so genannte “Bettwagen”: ein hölzerner Rahmen oder Schlitten, der einen Topf mit heißen Kohlen aufnehmen konnte, der unter das Bett geschoben und mit einem Blech abgedeckt wurde. Im Gegensatz zu einer Wärmepfanne lieferte der Bettwagen die ganze Nacht über Wärme. Siehe: &lt;a href=&#34;http://www.oldandinteresting.com/warming-the-bed.aspx&#34;&gt;http://www.oldandinteresting.com/warming-the-bed.aspx&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:2&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:3&#34;&gt;
&lt;p&gt;Einige Städte hatten öffentliche Systeme zur Bereitstellung von heißem Wasser. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es in der niederländischen Stadt Rotterdam beispielsweise Hunderte von “Wasserdestillerien”, in denen die Menschen Eimer mit heißem Wasser für den Hausgebrauch füllten. In China ist es seit sehr langer Zeit üblich, die Bürger überall mit heißem Wasser zu versorgen – hauptsächlich zum Trinken. Ab den 1830er Jahren tauchten in den großen Städten entlang des Jangtse-Flusses Geschäfte mit heißem Wasser auf – bekannt als “laohuzao” oder “Tigerofen”. Heute hat in China fast jedes öffentliche Gebäude, Unternehmen und jede Schulen einen Heißwasserspender – sogar in Hochgeschwindigkeitszüge gibt es welche. Weitere Informationen: &lt;a href=&#34;https://www.sixthtone.com/news/1000919/the-history-behind-chinas-obsession-with-hot-water&#34;&gt;https://www.sixthtone.com/news/1000919/the-history-behind-chinas-obsession-with-hot-water&lt;/a&gt;.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:3&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:4&#34;&gt;
&lt;p&gt;Verhaart, Jacob, Michal Veselý, und Wim Zeiler. &amp;ldquo;Personal heating: effectiveness and energy use.&amp;rdquo; Building Research &amp;amp; Information 43.3 (2015): 346-354. &lt;a href=&#34;https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/09613218.2015.1001606&#34;&gt;https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/09613218.2015.1001606&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:4&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:5&#34;&gt;
&lt;p&gt;Deng, Qihong, et al. &amp;ldquo;Human thermal sensation and comfort in a non-uniform environment with personalized heating.&amp;rdquo; Science of the total environment 578 (2017): 242-248.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:5&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:6&#34;&gt;
&lt;p&gt;Mishra, A. K., M. G. L. C. Loomans, und Jan LM Hensen. &amp;ldquo;Thermal comfort of heterogeneous and dynamic indoor conditions—An overview.&amp;rdquo; Building and Environment 109 (2016): 82-100. &lt;a href=&#34;https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0360132316303560&#34;&gt;https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0360132316303560&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:6&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
</description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Wie man wieder nachhaltig Energie aus Biomasse bekommt</title>
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      <pubDate>Sun, 20 Sep 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
      
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      <description>&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/pollards-germany_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Kopfbäume in Deutschland. Bild: René Schröder (CC BY-SA 4.0).&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Kopfbäume in Deutschland. Bild: René Schröder (CC BY-SA 4.0). 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;wie-soll-das-fällen-von-bäumen-nachhaltig-sein&#34;&gt;Wie soll das Fällen von Bäumen nachhaltig sein?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Das Befürworten von Biomasse als erneuerbare Energiequelle, welche fossile Brennstoffe ersetzen soll, ist ein umstrittenes und kontroverses Thema unter Umweltschützern geworden. Die Kommentare unter dem letzten Artikel, welcher &lt;a href=&#34;https://qelnixcor.cloud/2020/05/thermoelectric-stoves-ditch-the-solar-panels/&#34;&gt;die Nutzung thermoelektrischer Öfen&lt;/a&gt; als Inhalt hatte, illustrieren dies gut:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&amp;ldquo;Wie der neue Film &amp;lsquo;Planet of the Humans&amp;rsquo; gezeigt hat, ist Biomasse - auch genannt: tote Bäume - überhaupt keine erneuerbare Energiequelle, auch wenn die EU diese als solche deklariert.&amp;rdquo;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&amp;ldquo;Wie soll das Fällen von Bäumen nachhaltig sein?&amp;rdquo;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&amp;ldquo;Der Artikel versäumt es anzumerken, dass ein Holzofen mehr CO2 produziert als ein Kohlekraftwerk für jede Tonne Holz/Kohle, die verbrennt wird.&amp;rdquo;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&amp;ldquo;Das ist purer Wahnsinn. Bäume zu verbrennen um unseren CO2-Fußabdruck zu reduzieren ist ein Oxymoron.&amp;rdquo;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&amp;ldquo;Nur der CO2-Fußabdruck für sich ist schon entsetzlich.&amp;rdquo;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&amp;ldquo;Das größte Problem daran, etwas zu verbrennen, ist: Einmal verbrannt, ist es für immer weg.&amp;rdquo;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&amp;ldquo;Die einzige naive Frage die ich zu diesem lächerlichen Artikel hinzufügen kann ist: Wo soll all das Holz herkommen?&amp;rdquo;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Anders als die Kommentare vermuten lassen, versucht der Artikel nicht zu befürworten, Biomasse als Energiequelle weiter auszubauen. Stattdessen legt er dar, dass bereits brennende Biomassefeuer - benutzt von rund 40% der heutigen Weltbevölkerung - Elektrizität als Nebenprodukt produzieren könnten, sofern sie mit thermoelektrischen Modulen ausgerüstet würden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gleichwohl sind mehrere Kommentatoren bei ihrer Kritik geblieben, nachdem sie den Artikel nochmal genauer gelesen hatten. Einer von ihnen schrieb: &amp;ldquo;Wir sollten versuchen das Verbrennen von Biomasse weltweit zu beseitigen, anstatt es attraktiver zu machen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Scheinbar hat sich die Hightechdenkweise in den Köpfen (urbaner) Umweltschützer so weit ausgebreitet, dass sie Biomasse als inhärent bedenkliche Energiequelle ansehen - ähnlich wie fossile Brennstoffe. Nur damit keine Missverständnisse aufkommen, die Kritiker sind durchaus im Recht nicht nachhaltige Praktiken in der Biomasseproduktion anzuprangern. Diese sind aber das Ergebnis eines relativ jungen, &amp;ldquo;industriellen&amp;rdquo; Ansatzes der Forstwirtschaft. Wenn wir hingegen historische Praktiken in der Forstwirtschaft betrachten, sehen wir, dass Biomasse potentiell eine der nachhaltigsten Energiequellen auf diesem Planeten ist.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;der-niederwald-holz-ernten-ohne-bäume-zu-töten&#34;&gt;Der Niederwald: Holz ernten, ohne Bäume zu töten&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Heutzutage wird das meiste Holz geerntet, indem Bäume getötet werden. Vor der industriellen Revolution wurde viel Holz von lebenden Bäumen geerntet, indem diese &lt;em&gt;geschneitelt&lt;/em&gt; wurden. Das Prinzip hinter der Schneitelung basiert auf der natürlichen Fähigkeit von vielen Laubbaumarten aus beschädigten Stämmen oder Wurzeln neu auszutreiben - Schäden wegen Feuer, Wind- oder Schneebruch, Tieren wie Biber, Krankheiten oder (an Hängen) Steinschlag. Forstwirtschaft auf Basis der Schneitelung beinhaltet, Bäume nahe dem Boden abzuschneiden (&amp;ldquo;Auf den Stock setzen&amp;rdquo;), welche dann an dem Stumpf (der dann Stock genannt wird) mehrere neue Austriebe entwickelt (der Stockausschlag) und so einen vielstämmigen neuen Baum wachsen lassen. Ein Wald der auf diese Weise gewachsen ist, nennt man Niederwald.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/coppice-stool_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Stockausschlag. Bildquelle: Geert Van der Linden.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Stockausschlag. Bildquelle: Geert Van der Linden. 
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/coppiced-patch_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Ein frisch geschneiteltes Stück Eichenwald. Bildquelle: Henk vD. (CC BY-SA 3.0)&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Ein frisch geschneiteltes Stück Eichenwald. Bildquelle: Henk vD. (CC BY-SA 3.0) 
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/surrey_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Niederwald in Surrey, England. Bildquelle: Martinvl (CC BY-SA 4.0)&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Niederwald in Surrey, England. Bildquelle: Martinvl (CC BY-SA 4.0) 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Wenn wir an forstwirtschaftlich genutzte Wälder denken, stellen wir uns einen Wald mit dicht gestellten, hohen Bäumen vor. Allerdings waren, bis zum Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, mindestens die Hälfte der Wälder in Europa Niederwälder, mit einem eher buschartigem Erscheinungsbild. &lt;sup id=&#34;fnref:1&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:1&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Das Schneiteln von Bäumen kann man bis in die Steinzeit zurück verfolgen, als Menschen Pfahlbauten und Holzstege quer durch prähistorische Moorlandschaften errichteten und dabei tausende Äste und Stämme gleicher Größe benutzten - etwas das man nur mit Niederwald erreichen kann &lt;sup id=&#34;fnref:2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:2&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/map-czech-republic_dithered.png&#34; alt=&#39;&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/map-spain_dithered.png&#34; alt=&#39;Karten: Die ungefähre historische Ausbreitung von Niederwäldern in der Tschechischen Republik (oben) und Spanien (unten). Quelle: &amp;amp;quot;Coppice forests in Europe&amp;amp;quot;, siehe [^1]&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Karten: Die ungefähre historische Ausbreitung von Niederwäldern in der Tschechischen Republik (oben) und Spanien (unten). Quelle: \&#34;Coppice forests in Europe\&#34;, siehe [^1] 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Seitdem war diese Technik die Standardvorgehensweise um Holz zu produzieren - nicht nur in Europa, sondern praktisch auf der ganzen Welt. Während dem 18. und 19. Jahrhundert breiteten sich, mit dem Beginn industrieller Aktivitäten (Glas-, Eisen-, Ziegel und Kalkproduktion) und dem damit verbundenen steigenden Druck auf die Holzreserven, Niederwälder stark aus.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;kurze-erntezyklen&#34;&gt;Kurze Erntezyklen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Weil die jungen Triebe des Stockausschlags auf ein bereits gut ausgebildetes Wurzelsystem zurück greifen können, produziert Niederwald Holz schneller als einzelne, hohe aus Kernwuchs gewachsene Stämme. Beziehungsweise etwas genauer: Obwohl die Effizienz der Photosynthese gleich ist, produziert ein hoher Stamm mehr Biomasse unter dem Boden (in den Wurzeln), während ein geschneitelter Baum mehr Biomasse über dem Boden produziert (im Stockausschlag) - was offensichtlich sinnvoller für die Ernte ist. &lt;sup id=&#34;fnref:3&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:3&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;3&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Auch deswegen wurden beim Schneiteln für gewöhnlich kurze Erntezyklen benutzt, meist zwischen zwei und vier Jahren, wobei auch jährliche Ernten und Zyklen bis zu 12 Jahren vorgekommen sind.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/rijshoutaanplantingen_dithered.png&#34; alt=&#39;&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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&lt;/div&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/hakhoutpercelen_dithered.png&#34; alt=&#39;Bilder: Niederwald mit unterschiedlichen Erntezyklen. Bildquelle: Geert Van der Linden.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Bilder: Niederwald mit unterschiedlichen Erntezyklen. Bildquelle: Geert Van der Linden. 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Aufgrund dieser kurzen Zyklen war Niederwald eine sehr schnelle, regelmäßige und verlässliche Quelle von Feuerholz. Oft wurde er in die gleiche Anzahl an Parzellen geteilt, wie die vorgesehenen Jahre des Erntezyklus. Falls zum Beispiel alle drei Jahre Holz geerntet werden soll, wurde der (Nieder-)Wald in drei Teile geteilt, von denen einer jedes Jahr abgeerntet (geschneitelt) wurde. Kurze Erntezyklen bedeuteten auch, dass es nur wenige Jahre benötigt hat um das CO2, welches beim Verbrennen des Holzes frei wird, mit dem vom neu wachsenden Holz aufgenommenem CO2 zu kompensieren, wodurch der Niederwald tatsächlich klimaneutral wurde. In sehr kurzen Zyklen konnte das neue Holz bereits geerntet werden, wenn die letzte Ernte gerade trocken genug für den Ofen geworden ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Manche Baumarten verlieren ihre Regenerationsfähigkeit am Stock mit dem Alter. Nach mehreren Ernten konnten diese Bäume entweder komplett gefällt und durch einen neuen Baum ersetzt, oder zu einem Niederwald mit längerem Erntezyklus gemacht werden. Andere Baumarten behalten ihre Fähigkeit zum Stockausschlag ihr ganzes Leben und können so für Jahrhunderte, vor allem auf guten Böden und mit guter Bewässerung, Triebe zur Verfügung stellen. Lebende Stöcke können über 1.000 Jahre alt werden.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;biodiversität&#34;&gt;Biodiversität&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ein Niederwald könnte als &amp;ldquo;Wald&amp;rdquo; oder &amp;ldquo;Plantage&amp;rdquo; bezeichnet werden, aber tatsächlich ist es weder noch - eher irgendetwas dazwischen. Obwohl sie von Menschen bewirtschaftet werden, sind Niederwälder nicht umweltunverträglich. Ganz im Gegenteil: Das Ernten von Holz von lebenden Bäumen anstelle vom Fällen und damit Töten der Bäume ist nützlich für die Lebensformen, die von den Bäumen abhängen. Niederwälder können eine höhere Biodiversität haben als unbewirtschaftete Wälder, da sie stets Bereiche unterschiedlicher Stufen von Licht und Entwicklung haben. Nichts davon trifft auf industrielle Holzplantagen zu, welche wenig bis gar keine anderen Pflanzen oder Tiere beheimaten können und lange Erntezyklen von mindestens zwanzig Jahren haben.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/coppice-netherlands_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Niederwald in den Niederlanden. Bildquelle: K. Vliet (CC BY-SA 4.0)&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Niederwald in den Niederlanden. Bildquelle: K. Vliet (CC BY-SA 4.0) 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/sweet-chestnut_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Niederwald aus Edelkastanien im Flexham Park, Sussex, England. Bildquelle: Charlesdrakew, public domain.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Niederwald aus Edelkastanien im Flexham Park, Sussex, England. Bildquelle: Charlesdrakew, public domain. 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Unsere Vorfahren haben ebenfalls einzelne, hohe Stämme mit großem Stammumfang gefällt - nur eben nicht für Feuerholz. Hohe Stämme wurden nur &amp;ldquo;getötet&amp;rdquo;, wenn großes Bauholz notwendig war, z.B. für den Bau von Schiffen, Gebäuden, Brücken oder Windmühlen. &lt;sup id=&#34;fnref:4&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:4&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;4&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Es gab auch Niederwälder, in denen man einzelne, hohe Stämme mehrere Jahrzehnte alt werden ließ, während das umgebende Unterholz des Niederwalds regelmäßig geerntet wurde (ein sogenannter &amp;ldquo;Mittelwald&amp;rdquo;, eine Mischung aus Niederwald und Hochwald). Allerdings konnten auch diese einzelnen, hohen Stämme teilweise geschneitelt werden, zum Beispiel indem die Seitenäste geerntet wurden, während sie noch am Leben waren (&lt;em&gt;Astschneiteln&lt;/em&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;mehrzweckbäume&#34;&gt;Mehrzweckbäume&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die archetypische Holzplantage, angepriesen von der industriellen Welt, beinhaltet regelmäßig angeordnete Reihen von Bäumen gleichen Alters in Monokultur, mit einem einzigen Endprodukt - Bauholz, Papierholz oder Brennholz. Im Gegensatz dazu hatten geschneitelte Bäume in vorindustriellen Niederwäldern mehrere Zwecke. Sie lieferten Brennholz, aber auch Bauholz und Tierfutter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die gewünschte Holzdimension, festgelegt durch die geplante Nutzung der Triebe, legte die Länge des Erntezykluses fest. Und da nicht jede Art von Holz sich für jede Art der Benutzung eignet, bestanden Niederwälder häufig aus mehreren Baumarten unterschiedlichen Alters. Mehrere Altersklassen von Stämmen konnten sogar am gleichen Stock geerntet werden (&amp;ldquo;selektives Schneiteln&amp;rdquo;), und auch die Längen der Erntezyklen konnten sich im Laufe der Zeit auch an die Bedürfnisse und Prioritäten der ökonomischen Aktivitäten anpassen.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/geriefhoutbos_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Ein kleines Waldstück mit einer vielfältigen Mischung aus Niederwald, Kopfbäumen und normalen Stämmen. Bildquelle: Geert Van der Linden.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Ein kleines Waldstück mit einer vielfältigen Mischung aus Niederwald, Kopfbäumen und normalen Stämmen. Bildquelle: Geert Van der Linden. 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Geschneitelte Triebe konnten für beinahe alles verwendet werden, was von einer Gemeinschaft benötigt wurde. &lt;sup id=&#34;fnref:5&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:5&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;5&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Junge Weidentriebe zum Beispiel, welche sehr biegsam sind, wurden zu Körben und Kisten geflochten, während Edelkastanienäste für alle Arten von Fässern benutzt wurden, da sich diese nach dem Schnitt weder ausdehnen noch eingehen. Eschen und Palmweiden, mit ihrem geraden, festen Holz wurden für Griffe von Besen, Äxten, Schaufeln, Rechen und anderem Werkzeug benutzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Junge Haselnussruten wurden über ihre gesamte Länge gespalten und zwischen die hölzernen Balken von Gebäuden geflochten, um diese dann mit Lehm oder Kuhdung zu verschließen - sogenannte Flechtwerkwände, bzw. Gefach, welches sich später zum Fachwerk weiterentwickelte. Haselnussruten hielten auch Strohdächer zusammen. Erle und Weide, welche beinahe endlose Haltbarkeit unter Wasser haben, wurden als Pfahlfundament oder Flussuferverstärkung benutzt. Das Bauholz, das aus einem Niederwald geerntet wurde, hat nicht seine Energielieferung reduziert, da die gebauten Gegenstände für gewöhnlich lokal benutzt wurden, und am Ende ihrer Lebensdauer immer noch als Feuerholz verbrannt werden konnten.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/leaf-fodder_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Astschneiteln für Tierfutter in der Leikanger Kommune, Norwegen. Bildquelle: Leif Hauge. Quelle: [^19]&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Astschneiteln für Tierfutter in der Leikanger Kommune, Norwegen. Bildquelle: Leif Hauge. Quelle: [^19] 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Niederwälder lieferten auch Nahrung. Auf der einen Seite versorgten sie Menschen mit Früchten, Beeren, Trüffeln, Nüssen, Pilzen, Kräutern, Honig und Wild. Auf der anderen Seite waren sie eine wichtige Quelle von Winterfutter für Nutztiere. Vor der industriellen Revolution wurden viele Schafe und Ziegen mit sogenanntem &amp;ldquo;Schaflaub&amp;rdquo;, &amp;ldquo;Futterlaub&amp;rdquo;, bzw. &amp;ldquo;Laubheu&amp;rdquo; gefüttert - Blätter mit oder ohne Zweige. &lt;sup id=&#34;fnref:6&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:6&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;6&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ulme oder Esche zählten zu den nahrhaftesten Arten, aber Schafe bekamen auch Birke, Haselnuss, Linde, Traubenkirsche und sogar Eiche, während Ziegen auch Erle zugefüttert wurde. In bergigen Regionen wurden auch Pferden, Rindern, Schweinen und Seidenraupen Laubheu gegeben. Futterlaub wurde in Erntezyklen von drei bis sechs Jahren geschnitten, wenn die Zweige das höchste Verhältnis von Laub zu Holz aufweisen. Wenn das Laub von den Tieren gegessen wurde, konnte das verbleibende Holz immer noch verbrannt werden.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;kopfbäume--hecken&#34;&gt;Kopfbäume &amp;amp; Hecken&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Geschneitelte Stöcke sind vor grasenden Tieren ungeschützt, vor allem wenn der Stockausschlag noch sehr jung ist. Um den Niederwald vor Tieren zu schützen, wurden daher für gewöhnlich Zäune, Hecken oder Gräben um ihn herum angelegt. Im Gegensatz dazu war es mit &lt;em&gt;Kopfbäumen&lt;/em&gt; (entstanden durch &lt;em&gt;Kopfschneitelung&lt;/em&gt;) möglich, Tiere und Bäume auf der gleichen Fläche zu halten. Kopfbäume werden auch geschneitelt, aber auf einer Höhe von mindestens zwei Metern, um die jungen Triebe außer Reichweite grasender Tiere wachsen zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/coppice-forms_dithered.png&#34; alt=&#39;Illustration: Verschiedene Arten der Schneitelung. Bildquelle: Helen J. Read, siehe [^1]&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Illustration: Verschiedene Arten der Schneitelung. Bildquelle: Helen J. Read, siehe [^1] 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/pollards-segovia_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Kopfbäume in Segovia, Spain. Bildquelle: Ecologistas en Acción.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Kopfbäume in Segovia, Spain. Bildquelle: [Ecologistas en Acción](https://www.ecologistasenaccion.org/35724/). 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Bewaldete Wiesen und Weiden - ein Mosaik aus Weide und Wald - vereinte das Grasen von Tieren mit der Produktion von Futter, Brennholz und/oder Bauholz mit Kopfbäumen. Bei der &amp;ldquo;Eichelmast&amp;rdquo; wurden Schweine im Herbst in einen Kopfbaumwald aus Eichen geschickt, damit sie die heruntergefallenen Eicheln fressen konnten. Dieses System war die Hauptsäule der Schweinefleischproduktion in Europa für Jahrhunderte. &lt;sup id=&#34;fnref:7&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:7&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;7&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Die Streuobstwiese vereinte den Obstanbau mit Weidelandhaltung &amp;ndash; kopfgeschneitelte Obstbäume boten den Tieren Schatten, während diese außer Reichweite des Obstes waren, aber die Bäume düngten.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/dehesa-with-bird_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Wald oder Wiese? Etwas zwischen drin. Eine &amp;amp;quot;Dehesa&amp;amp;quot; (beweideter Eichenhain einer Schweinefarm) in Spanien. Bildquelle: Basotxerri (CC BY-SA 4.0).&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Wald oder Wiese? Etwas zwischen drin. Eine \&#34;Dehesa\&#34; (beweideter Eichenhain einer Schweinefarm) in Spanien. Bildquelle: Basotxerri (CC BY-SA 4.0). 
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/dehesa-huelva_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Rinder grasen zwischen Kopfbäumen in Huelva, Spanien. (CC BY-SA 2.5)&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Rinder grasen zwischen Kopfbäumen in Huelva, Spanien. (CC BY-SA 2.5) 
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/meadow-orchard_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Eine Streuobstwiese umgeben von einer Lebendhecke in Rijkhoven, Belgien. Bildquelle: Geert Van der Linden.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Eine Streuobstwiese umgeben von einer Lebendhecke in Rijkhoven, Belgien. Bildquelle: Geert Van der Linden. 
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&lt;p&gt;Während Landwirtschaft und Forstwirtschaft heutzutage strikt getrennte Aktivitäten sind, war in früheren Tagen der Bauernhof der Wald und der Wald der Bauernhof. Es würde viel Sinn ergeben, diese beiden wieder zusammen zu führen, da die Land- und Viehwirtschaft - nicht die Holzwirtschaft - der Hauptverantwortliche für Entwaldung und Abholzung ist. Solange Bäume Tierfutter liefern, sollte Fleisch- und Milchproduktion nicht zu einer Abholzung führen. Wenn Getreide im gleichen Feld angebaut werden können wie Bäume, so sollte auch die Landwirtschaft nicht zu einer Abholzung führen. Bewaldete Bauernhöfe würden auch zu einer artgerechteren Tierhaltung, fruchtbareren Böden und besserem Erosionsschutz führen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;streifenbepflanzungen&#34;&gt;Streifenbepflanzungen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Aufwändige Plantagen konnten aus Niederwald oder Kopfbäumen bestehen, und wurden häufig als Gemeingut gepflegt. Allerdings wurde die Schneitelung nicht nur bei großflächigen Waldplantagen benutzt. Kleine Wäldchen zwischen Feldern, oder neben einem ländlichen Haus wurden ebenfalls von einem einzelnen Haushalt geschneitelt und gepflegt. Größere Mengen Holz wuchs auch in linienförmiger Bepflanzung um das Hofgelände, Felder und Wiesen, neben Gebäuden, entlang von Wegen, Straßen und Wasserläufen. Geschneitelte Bäume und Büsche konnten so Baumreihen wie Halballeen, Alleen oder auch eine dichte Hecke bilden (Anm. des Übersetzers: Im Deutschen gibt es hier noch die Unterscheidungen &amp;ldquo;Niederhecke&amp;rdquo;, &amp;ldquo;Hochhecke&amp;rdquo; und &amp;ldquo;Baumhecke&amp;rdquo;). &lt;sup id=&#34;fnref:8&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:8&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;8&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/hedge-landscape_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Heckenlandschaft in der Normandie, Frankreich, ca. 1940. Bildquelle: W Wolny, public domain.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Heckenlandschaft in der Normandie, Frankreich, ca. 1940. Bildquelle: W Wolny, public domain. 
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/ferrari-map_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Streifenbepflanzungen in Flandern, Belgien. Ausschnitt aus der Ferraris Karte, 1771-78.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Streifenbepflanzungen in Flandern, Belgien. Ausschnitt aus der Ferraris Karte, 1771-78. 
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&lt;p&gt;Obwohl Streifenbepflanzung für gewöhnlich mit englischen Hecken assoziiert wird, waren sie in weiten Teilen Europas verbreitet. Im Jahre 1804 brachte der englische Historiker Abbé Mann seiner Verwunderung Ausdruck, als er über seinen Besuch in Flandern (heutiger Teil Belgiens) schrieb: &amp;ldquo;Alle Felder sind umgeben von Hecken, und dicht besetzt mit Bäumen, in einem solchen Maße, dass die gesamte Landschaft, von einer kleinen Erhöhung aus betrachtet, wie ein großer, ununterbrochener Wald erscheint.&amp;rdquo;. Typisch für diese Region war die große Anzahl an Kopfbäumen. &lt;sup id=&#34;fnref1:8&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:8&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;8&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie Niederwälder waren Streifenbepflanzungen vielfältig und versorgten die Menschen mit Brennholz, Bauholz und Laubheu. Im Gegensatz zu Niederwäldern, hatten diese allerdings noch eine zusätzliche Funktion, abhängig von ihrem Standort. &lt;sup id=&#34;fnref:9&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:9&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;9&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Eine davon waren Grundstücksgrenzen: um Nutzvieh drinnen und wilde Tiere oder Rinder auf Gemeineigentum draußen zu halten. Es gab viele verschiedene Techniken um Hecken undurchdringlich zu machen, selbst für kleine Tiere wie Hasen oder Kaninchen. Um Weiden herum konnten Hecken oder Reihen von dicht gepflanzten Kopfbäumen, größere Tiere wie Kühe aufhalten. Wenn Weidenruten eingeflochten wurden, konnten solche Bepflanzungen auch kleine Tiere stoppen (&amp;ldquo;Gebück&amp;rdquo;). &lt;sup id=&#34;fnref2:8&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:8&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;8&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/yew-hedge_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Ausschnitt eines Eibengebücks. Bildquelle: Geert Van der Linden.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Ausschnitt eines Eibengebücks. Bildquelle: Geert Van der Linden. 
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/hedgerow_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Eine Hecke. Bildquelle: Geert Van der Linden.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Eine Hecke. Bildquelle: Geert Van der Linden. 
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/pollarded-tree-hedge_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Kopfbaumhecke in Nieuwekerken, Belgien. Bildquelle: Geert Van der Linden.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Kopfbaumhecke in Nieuwekerken, Belgien. Bildquelle: Geert Van der Linden. 
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/coppice-stools-pasture_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Niederwaldstöcke in einer Weide. Bildquelle: Jan Bastiaens.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Niederwaldstöcke in einer Weide. Bildquelle: Jan Bastiaens. 
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&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Streifenbepflanzungen boten auch Schutz gegen das Wetter. Hecken schützten Felder, Streuobstwiesen und Gemüsegärten gegen Wind, welcher den Boden erodieren und die Ernte beschädigen konnte (Anm. des Übersetzers: diese werden heutzutage auch Windschutzstreifen genannt). In wärmeren Gefilden schützten Bäume Getreide vor der Sonne und düngten die Böden. Kopfgeschneitelte Linden (Kopflinden), die ein sehr dichtes Blätterdach haben, wurden oft direkt neben Fachwerkhäuser gebaut, um sie vor Wind, Regen und Sonne zu schützen. &lt;sup id=&#34;fnref:10&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:10&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;10&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Misthaufen wurden von einem oder mehreren Bäumen geschützt, damit die wertvolle Ressource nicht wegen Wind und Sonne verdunsten konnte. Im Hof einer Wassermühle wurde das hölzerne Wasserrad von einem Baum überdacht, um ein Eingehen oder Ausdehnen des Holzes in Zeiten der Dürre oder Inaktivität zu vermeiden. &lt;sup id=&#34;fnref3:8&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:8&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;8&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/pollarded-tree-protects-waterheel_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Ein Kopfbaum schützt ein Wasserrad. Bildquelle: Geert Van der Linden.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Ein Kopfbaum schützt ein Wasserrad. Bildquelle: Geert Van der Linden. 
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/schermbeplanting_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Kopflinden schützen ein Bauernhofgebäude in Nederbrakel, Belgien. Bildquelle: Geert Van der Linden.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Kopflinden schützen ein Bauernhofgebäude in Nederbrakel, Belgien. Bildquelle: Geert Van der Linden. 
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&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;der-standort-zählt&#34;&gt;Der Standort zählt&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Entlang von Wegen, Straßen und Wasserläufen hatten Streifenbepflanzungen die meisten der standortspezifischen Funktionen wie auf Höfen. Rinder und Schweine wurden entlang bestimmter, von Hecken oder Gebück gesäumter Wege getrieben. Mit dem Erscheinen der Eisenbahn, halfen Hecken Kollisionen mit Tieren zu vermeiden. Sie schützten Reisende vor Wetter und kennzeichneten die Route, so dass Menschen und Tiere in verschneiten Landstrichen nicht vom Weg abkamen. Sie verhinderten auch Erosion an Flussufern und Hohlwegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alle Aufgaben von Linienbepflanzung konnte auch von toten Holzzäunen geleistet werden, die leichter bewegt werden können, weniger Platz verbrauchen, keine Licht- und Nährstoffkonkurrenz zur Ernte bilden, und in kurzer Zeit errichtet werden können. &lt;sup id=&#34;fnref:11&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:11&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;11&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Allerdings wurden lebende Hecken in Zeiten und Orten mit Holzmangel bevorzugt (und manchmal vorgeschrieben), da sie eine andauernde Holzquelle darstellen, während Holzzäune ein andauernder Holzverbraucher waren. Ein Holzzaun mag kurzfristig Platz und Zeit sparen, aber er setzt voraus, dass sein Holz für Errichtung und Instandhaltung woanders im Umland angebaut und geerntet werden muss.&lt;/p&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/pollarded-line-planting-belgium_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Kopfbaumhecke in Belgien. Bildquelle: Geert Van der Linden.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Kopfbaumhecke in Belgien. Bildquelle: Geert Van der Linden. 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Die Benutzung lokaler Holzreserven wurde maximiert. Zum Beispiel war der Baum, der neben ein Wasserrad gepflanzt wurde nicht irgendein Baum. Es war Hartriegel oder Ulme, deren Holz am Besten geeignet für das Getriebe der Mühle war. Wenn ein Ersatzteil für eine Reparatur benötigt wurde, konnte das Holz direkt neben der Mühle geerntet werden. Ebenso wurden Hecken entlang von Straßen dazu benutzt, um diese Instand zu halten. Die jungen Triebe wurden zu Bündeln zusammengebunden und als Fundament benutzt, oder um Schlaglöcher zu stopfen. Da die Bäume geschneitelt und nicht gefällt wurden, ging keine Funktion je auf Kosten einer anderen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn heutzutage für das Pflanzen von Bäumen plädiert wird, so sind die Ziele in Begriffen von Waldfläche oder Baumanzahl verfasst, aber es wird kaum auf ihren Standort geachtet - welcher sogar am anderen Ende der Welt sein könnte. Wie aber die obigen Beispiele zeigen, kann das Pflanzen von Bäumen in der Nähe und am richtigen Standort ihr Potential deutlich optimieren.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;geformt-durch-grenzen&#34;&gt;Geformt durch Grenzen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;In industriellen Gesellschaften ist das Schneiteln weitestgehend verschwunden, obwohl man noch Kopfbäume entlang von Straßen oder in Parks antreffen kann. Ihr Gehölzschnitt, welcher früher ganze Gemeinschaften versorgt hat, wird heute als Abfallprodukt angesehen. Aber wenn es doch so gut funktioniert hat, warum wurde der Niederwald als Quelle für Energie, Materialien und Nahrung aufgegeben? Die Antwort ist kurz: fossile Brennstoffe. Unsere Ahnen setzten auf Schneitelung, weil sie keinen Zugang zu fossilen Brennstoffen hatten, und wir setzen nicht auf Schneitelung, weil wir ihn haben.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Unsere Ahnen setzten auf Schneitelung, weil sie keinen Zugang zu fossilen Brennstoffen hatten, und wir setzen nicht auf Schneitelung, weil wir ihn haben&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Am offensichtlichsten haben fossile Brennstoffe Holz als Energie- und Materialquelle abgelöst. Kohle, Gas und Öl übernahmen die Rolle von Brennholz für Kochen, Heizen von Räumen und Wasser, sowie industrieller Prozesse, die auf thermischer Energie angewiesen sind. Metall, Beton und Ziegel - Materialien, die es seit Jahrhunderten gibt - wurden erst weit verbreitete Alternativen zu Holz, nachdem diese mit fossilen Brennstoffen hergestellt werden konnten, welche uns auch Plastik brachten. Kunstdünger - Produkt fossiler Brennstoffe - steigerte den globalen Handel mit Tierfutter, und machte Laubheu überholt. Die Motorisierung der Landwirtschaft - getrieben von fossilen Brennstoffen - führte zu immer größeren Äckern, zusammen mit der Beseitigung von Bäumen und Hecken auf Bauernhöfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weniger offensichtlich, aber mindestens genau so wichtig, haben fossile Brennstoffe die Forstwirtschaft transformiert. Heutzutage hängt das Fällen, Weiterverarbeiten und Transportieren von Holz stark von fossilen Brennstoffen ab, während in der Vergangenheit Menschen und Tiere diese Leistung erbrachten - welche ihrerseits von Biomasse getrieben werden. Es waren die Grenzen dieser Arbeitskraft, die den Niederwald auf der ganzen Welt entstehen ließen und geformt haben.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/harvest-pollards_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Holzernte von Kopfbäumen in Belgien, 1947. Credit : Zeylemaker, Co., Nationaal Archief (CCO)&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Holzernte von Kopfbäumen in Belgien, 1947. Credit : Zeylemaker, Co., Nationaal Archief (CCO) 
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&lt;/div&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/transporting-coppiced-wood_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Brennholztransport im Baskenland. Quelle: Notes on pollards: best practices&amp;amp;rsquo; guide for pollarding. Gipuzkoaka Foru Aldundía-Diputación Foral de Giuzkoa, 2014.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
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 Abbildung: Brennholztransport im Baskenland. Quelle: Notes on pollards: best practices&#39; guide for pollarding. Gipuzkoaka Foru Aldundía-Diputación Foral de Giuzkoa, 2014. 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Holz wurde von Hand, mit einfachen Werkzeugen wie Messern, Macheten, Hippen bzw. Praxen, Äxten und (später) Sägen geerntet und weiterverarbeitet. Da der Arbeitsaufwand vom Fällen mit der Hand abhängig vom Stammdurchmesser war, war es billiger und praktikabler viele dünne Äste und Ruten zu ernten als einige wenige dicke Stämme zu fällen. Zusätzlich war es nicht nötig die geschneitelten Äste noch zu spalten. Die Äste und Ruten wurden auf eine Länge von etwa einem Meter geschnitten und zu Holzbündeln zusammengebunden, welche einfach zu handhaben waren.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Es waren die Grenzen menschlicher und tierischer Arbeitskraft, die den Niederwald auf der ganzen Welt entstehen ließen und geformt haben&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Um Brennholz zu transportieren, griffen unsere Vorfahren auf Kutschen zurück, die von Tieren über oft sehr schlechte Straßen gezogen wurden. Daher musste Brennholz, sofern es nicht über Wasserwege transportiert werden konnte, in einem Radius von 15-30 km um den Zielort gefällt werden. &lt;sup id=&#34;fnref:12&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:12&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;12&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Bei Distanzen darüber hinaus benötigte die menschliche und tierische Arbeitskraft mehr Energie für den Transport als das Brennholz lieferte, und es wäre daher sinnvoller gewesen, das Brennholz auf der Weide der Zugtiere anzubauen, anstatt diese darauf grasen zu lassen. &lt;sup id=&#34;fnref:13&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:13&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;13&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Es gab allerdings einige Ausnahmen von dieser Regel. Manche industrielle Vorgänge, wie Eisen- oder Pottascheproduktion, konnten in entfernter gelegene Wälder verlegt werden - der Transport von Eisen oder Pottasche war ökonomisch sinnvoller als der Transport von Brennholz zu den Produktionsstätten. Im Allgemeinen waren Niederwälder (und natürlich auch Streifenbepflanzungen) aber in der unmittelbaren Umgebung der Stätte angesiedelt, die das Holz benötigte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kurz gesagt trat die Schneitelung im Kontext von Grenzen auf. Da sie mit einem schnelleren Wuchs und einer vielseitigeren Platznutzung einher geht, maximierte sie die lokale Holzversorgung einer Region. Durch die dünnen Äste wurde die Ernte von Hand und der Transport so ökonomisch und praktikabel wie möglich.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;kann-maschinell-geschneitelt-werden&#34;&gt;Kann maschinell Geschneitelt werden?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ab dem zwanzigsten Jahrhundert wurde mit Motorsägen geerntet und seit dem 1980ern wurde Holz zunehmend von leistungsfähigen Maschinen geerntet, die einen ganzen Baum fällen und direkt vor Ort in Minuten zersägen können. Mit fossilen Brennstoffen kam auch eine bessere Transportinfrastruktur, welche Waldreserven zugänglich gemacht hat, die zuvor den Menschen verschlossen waren. Infolgedessen kann Brennholz heutzutage auf einer Seite des Planeten angebaut werden und auf der anderen Seite konsumiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Benutzung fossiler Brennstoffe führen nun zu Kohlenstoffdioxidemissionen bei einer bis dato klimaneutralen Tätigkeit, aber noch wichtiger haben sie die Holzproduktion zu einem deutlich größeren - nicht mehr nachhaltigen - Ausmaß anschwellen lassen. &lt;sup id=&#34;fnref:14&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:14&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;14&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Der, von fossilen Brennstoffen getriebene, weite Transport hat die Verbindung zwischen Angebot und Nachfrage zerstört, welche die lokale Forstwirtschaft bis dahin geregelt hat. Wenn Holzangebot begrenzt ist, hat eine Gemeinschaft keine andere Wahl als sicher zu stellen, dass die Rate von Holzernte und Holzregeneration im Gleichgewicht sind. Ansonsten riskiert die Gemeinschaft, dass ihr Brennholz, Bauholz und Tierfutter ausgeht und sie würde aufgegeben werden müssen.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
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&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/mechanised-coppice_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Maschinell geernteter Weideniederwald. Kurz nach der Schneitelung (rechts) , dreijähriges Wachstum (links). Bildquelle: Lignovis GmbH (CC BY-SA 4.0).&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Maschinell geernteter Weideniederwald. Kurz nach der Schneitelung (rechts) , dreijähriges Wachstum (links). Bildquelle: Lignovis GmbH (CC BY-SA 4.0). 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Ebenso hat die rein maschinelle Ernte die Forstwirtschaft auf ein Ausmaß anwachsen lassen, das inkompatibel mit nachhaltigem Waldmanagement ist. Unsere Vorfahren haben keine großen Bäume für Brennholz gefällt, weil es nicht ökonomisch sinnvoll war. Heute macht die Forstwirtschaft genau das, weil es mit den eingesetzten Maschinen der profitabelste Weg ist. Im Vergleich zur industriellen Forstwirtschaft, in der ein Arbeiter bis zu 60 m3 Holz pro Stunde ernten kann, ist der Niederwald extrem arbeitsintensiv. Folglich kann er nicht in einem ökonomischem System konkurrieren, das es fördert menschliche Arbeitskraft durch Maschinen zu ersetzen, die mit fossilen Brennstoffen angetrieben werden.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Der Niederwald kann nicht in einem ökonomischem System konkurrieren, das es fördert menschliche Arbeitskraft durch Maschinen zu ersetzen, die mit fossilen Brennstoffen angetrieben werden&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Einige Wissenschaftler und Ingenieure haben versucht dieses Problem zu lösen, indem sie maschinelle Schneitelmaschinen vorgestellt haben. &lt;sup id=&#34;fnref:15&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:15&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;15&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Allerdings begibt man sich mit der Mechanisierung auf dünnes Eis. Die Maschinen sind nur auf größeren Waldgebieten (&amp;gt;1 ha), bestehend aus geschneitelten Bäumen der gleichen Art, gleichen Alters und gleichem Verwendungszweck (meist Brennholz), praktikabel und ökonomisch sinnvoll. Wie wir gesehen haben, schließt diese Art der Nutzung ältere Formen der Niederwaldnutzung aus, wie Mehrzweckbäume und Heckenpflanzung. Kommt noch der Transport via fossiler Brennstoffe hinzu, ist das Endresultat eine Art der industriellen Niederwaldnutzung, die nur wenige Verbesserungen mit sich bringt.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/coppice-brook_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Niederwald entlang eines Bachlaufs in &amp;amp;rsquo;s Gravenvoeren, Belgien. Credits: Geert Van der Linden.&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Niederwald entlang eines Bachlaufs in &#39;s Gravenvoeren, Belgien. Credits: Geert Van der Linden. 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Nachhaltige Forstwirtschaft ist in erster Linie lokal und Handarbeit. Das bedeutet nicht, dass wir die Vergangenheit kopieren müssen um Biomasse wieder zu einer nachhaltigen Energiequelle zu machen. Zum Beispiel kann der Radius der Holzversorgung mit Hilfe von energieeffizienten Transportmöglichkeiten, wie Lastenräder oder Seilbahnen, vergrößert werden, die sehr viel effizienter als Pferde- oder Ochsenkarren über schlechte Straßen sind und ohne fossile Brennstoffe betrieben werden können. Manuelle Werkzeuge sind auch deutlich effizienter und ergonomischer geworden. Wir könnten sogar Motorsägen benutzen, die mit Biokraftstoffen betrieben werden - eine deutlich realistischere Nutzungsmöglichkeit als in Automotoren. &lt;sup id=&#34;fnref:16&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:16&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;16&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;die-vergangenheit-lebt-weiter&#34;&gt;Die Vergangenheit lebt weiter&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Dieser Artikel hat die industrielle Biomasseproduktion mit historischen Formen der Forstwirtschaft in Europa verglichen, aber tatsächlich besteht keine Notwendigkeit in der Vergangenheit nach Inspiration zu suchen. Die 40% der Weltbevölkerung, die in ärmeren Gesellschaften leben und immer noch Holz zum Kochen und Heizen von Wasser und Wohnraum verbrennen müssen, sind keine Kunden der industriellen Forstwirtschaft. Stattdessen bekommen sie ihr Brennholz auf so ziemlich die gleiche Weise wie wir in früheren Zeiten, auch wenn die Baumarten und Umweltbedingungen sehr unterschiedlich sein können. &lt;sup id=&#34;fnref:17&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:17&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;17&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Studie aus dem Jahre 2017 berechnete, dass der Holzverbrauch von Menschen in &amp;ldquo;Entwicklungsländern&amp;rdquo; - ca. 55% der weltweiten Holzernte und 9-15% des gesamten, weltweiten Energieverbrauchs - nur 2-8% der menschengemachten Klimaeinwirkung ausmachen. &lt;sup id=&#34;fnref:18&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:18&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;18&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Warum so wenig? Weil, so schreiben die Wissenschaftler, ungefähr zwei Drittel der Holzernte von Entwicklungsländern auf nachhaltige Weise geerntet wird. Menschen sammeln hauptsächlich Totholz, bauen viel Nutzholz außerhalb des Waldes an, sie Schneiteln und sie bevorzugen Mehrzweckbäume, die zu wertvoll sind um sie zu fällen. Die Gründe sind die gleichen wie die unserer Vorfahren: die Menschen haben keinen Zugang zu fossilen Brennstoffen und sind daher an die lokale Holzversorgung gebunden, die von Hand geerntet und transportiert werden muss.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;article-img &#34;&gt;
&lt;figure data-imgstate=&#34;dither&#34;&gt;
&lt;img src=&#34;https://qelnixcor.cloud/de/2020/09/how-to-make-biomass-energy-sustainable-again/images/dithers/african-women-carrying-firewood_dithered.png&#34; alt=&#39;Abbildung: Afrikanische Frauen tragen Feuerholz. (CC BY-SA 4.0)&#39; loading=&#34;lazy&#34;/&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;figcaption class=&#34;caption&#34;&gt;
 Abbildung: Afrikanische Frauen tragen Feuerholz. (CC BY-SA 4.0) 
&lt;/figcaption&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Diese Zahlen bestätigen, dass es nicht die Biomasse ist, die nicht nachhaltig ist. Wenn die gesamte Menschheit so leben würde, wie die 40% die immer noch regelmäßig Biomasse verbrennt, wäre der Klimawandel kein Thema. Was wirklich schädlich ist, ist unser energieverschwenderischer Lebensstil. Wir können offensichtlich keine Hightech-Industrienation mit Niederwald und Heckenpflanzungen erhalten. Aber das Gleiche trifft auf jede andere Energiequelle zu, Uran und fossile Brennstoffe eingeschlossen.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;footnotes&#34; role=&#34;doc-endnotes&#34;&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id=&#34;fn:1&#34;&gt;
&lt;p&gt;Mehrere Quellen: Unrau, Alicia, et al. Coppice forests in Europe. University of Freiburg, 2018. // Notes on pollards: best practices’ guide for pollarding. Gipuzkoako Foru Aldundia-Diputación Foral de Gipuzkoa, 2014. // A study of practical pollarding techniques in Northern Europe. Report of a three month study tour August to November 2003, Helen J. Read. // Aarden wallen in Europa, in “Tot hier en niet verder: historische wallen in het Nederlandse landschap”, Henk Baas, Bert Groenewoudt, Pim Jungerius and Hans Renes, Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed, 2012.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:1&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:2&#34;&gt;
&lt;p&gt;Logan, William Bryant. Sprout lands: tending the endless gift of trees. WW Norton &amp;amp; Company, 2019.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:2&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:3&#34;&gt;
&lt;p&gt;Holišová, Petra, et al. &amp;ldquo;Comparison of assimilation parameters of coppiced and non-coppiced sessile oaks&amp;rdquo;. Forest-Biogeosciences and Forestry 9.4 (2016): 553.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:3&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:4&#34;&gt;
&lt;p&gt;Perlin, John. A forest journey: the story of wood and civilization. The Countryman Press, 2005.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:4&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:5&#34;&gt;
&lt;p&gt;Die meisten Informationen stammen aus belgischen Publikationen (in Niederländisch): Handleiding voor het inventariseren van houten beplantingen met erfgoedwaarde. Geert Van der Linden, Nele Vanmaele, Koen Smets en Annelies Schepens, Agentschap Onroerend Erfgoed, 2020. For a good (but concise) reference in English, see Rotherham, Ian. Ancient Woodland: history, industry and crafts. Bloomsbury Publishing, 2013.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:5&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:5&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:5&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref3:5&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:6&#34;&gt;
&lt;p&gt;Obwohl Laubheu in ganz Europa genutzt wurde, war es besonders in bergigen Regionen verbreitet, wie Skandinavien, den Alpen oder den Pyrenäen. Zum Beispiel haben 1850 in Schweden 1,3 Millionen Schafe und Ziegen 190 Millionen Laubheubündel jährlich gefressen, für die mindestens 1 Millionen Hektar Laubwald benutzt wurde, meist als Kopfbäume. Die Ernte von Laubheu wurde schon vor der Nutzung von Heu als Winterfutter gemacht. Äste konnten mit Steinwerkzeug geschnitten werden, während das Schneiden von Gras Bronze- oder Eisenwerkzeug benötigt. Obwohl die Kopf- und Stockschneitelung meist im Winter gemacht wurde, muss Laubschneitelung logischerweise im Sommer erfolgen. Laubheubündel wurden oft in den Kopfbaum zum Trocknen gehängt. Quellen: Logan, William Bryant. Sprout lands: tending the endless gift of trees. WW Norton &amp;amp; Company, 2019. // A study of practical pollarding techniques in Northern Europe. Report of a three month study tour August to November 2003, Helen J. Read. // Slotte H., &amp;ldquo;Harvesting of leaf hay shaped the Swedish landscape&amp;rdquo;, Landscape Ecology 16.8 (2001): 691-702.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:6&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:7&#34;&gt;
&lt;p&gt;Wealleans, Alexandra L. &amp;ldquo;Such as pigs eat: the rise and fall of the pannage pig in the UK&amp;rdquo;. Journal of the Science of Food and Agriculture 93.9 (2013): 2076-2083.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:7&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:8&#34;&gt;
&lt;p&gt;Diese Informationen beziehen sich auf mehrere niederländische Publikationen:  Handleiding voor het inventariseren van houten beplantingen met erfgoedwaarde. Geert Van der Linden, Nele Vanmaele, Koen Smets en Annelies Schepens, Agentschap Onroerend Erfgoed, 2020. // Handleiding voor het beheer van hagen en houtkanten met erfgoedwaarde. Thomas Van Driessche, Agentschap Onroerend Erfgoed, 2019 // Knotbomen, knoestige knapen: een praktische gids. Geert Van der Linden, Jos Schenk, Bert Geeraerts, Provincie Vlaams-Brabant, 2017. // Handleiding: Het beheer van historische dreven en wegbeplantingen. Thomas Van Driessche, Paul Van den Bremt and Koen Smets. Agentschap Onroerend Erfgoed, 2017. // Dirkmaat, Jaap. Nederland weer mooi: op weg naar een natuurlijk en idyllisch landschap. ANWB Media-Boeken &amp;amp; Gidsen, 2006. // Für eine gute Quelle auf Englisch, siehe: Müller, Georg. Europe&amp;rsquo;s Field Boundaries: Hedged banks, hedgerows, field walls (stone walls, dry stone walls), dead brushwood hedges, bent hedges, woven hedges, wattle fences and traditional wooden fences. Neuer Kunstverlag, 2013. // Wenn Streifenbepflanzungen zur Holzproduktion benutzt wurden, wurde mit etwas größerem Abstand voneinander gepflanzt, was mehr Licht durchlässt und dadurch die Holzproduktion erhöht. War ihr Hauptzweck die Abgrenzung, wurden die Pflanzen dichter gepflanzt. Das reduziert die Holzausbeute, aber führt zu einem dichteren Wuchs.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:8&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:8&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:8&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref3:8&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:9&#34;&gt;
&lt;p&gt;Tatsächlich konnte Niederwald auch eine standortspezifische Funktion haben: Er konnte um eine Stadt oder Siedlung gepflanzt werden um ein undurchdringliches Hindernis für Angreifer zu bilden, sei es zu Fuß oder zu Pferde. Dieses Hindernis konnte nicht leicht zerschossen werden, wie es bei Mauern der Fall ist. Quelle: &lt;sup id=&#34;fnref1:5&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:5&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;5&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:9&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:10&#34;&gt;
&lt;p&gt;Linden wurden sogar zum Feuerschutz benutzt. Sie wurden direkt neben Backhäuser gepflanzt um den Funkenflug auf Holzstapel, Heuhaufen oder Strohdächer zu verhindern. Quelle: &lt;sup id=&#34;fnref2:5&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:5&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;5&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:10&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:11&#34;&gt;
&lt;p&gt;Die Tatsache, dass lebende Hecken und Bäume schwerer zu bewegen sind als Holzzäune und Pfosten hat auch praktische Vorteile. In Europa bis zur Franzosenzeit gab es keine Grundbücher und Grundstücksgrenzen wurden physisch durch die Landschaft gekennzeichnet. Die Arbeit des Landvermessers wurde mit dem Pflanzen eines Baumes besiegelt, der viel schwerer heimlich zu bewegen ist, als ein Pfosten oder Zaun. Quelle: &lt;sup id=&#34;fnref3:5&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:5&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;5&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:11&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:12&#34;&gt;
&lt;p&gt;Falls es über Wasser weitere Strecken transportiert werden konnte, so musste dennoch in einem Radius von 15-30 km um den Fluss oder die Küste gefällt werden.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:12&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:13&#34;&gt;
&lt;p&gt;Sieferle, Rolf Pieter. The Subterranean Forest: energy systems and the industrial revolution. White Horse Press, 2001.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:13&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:14&#34;&gt;
&lt;p&gt;Für Informationen bzgl. unterschiedlicher Größenordnungen der Holzproduktion, siehe auch:  Jalas, Mikko, and Jenny, Rinkinen. &amp;ldquo;Stacking wood and staying warm: time, temporality and housework around domestic heating systems&amp;rdquo;, Journal of Consumer Culture 16.1 (2016): 43-60. // Rinkinen, Jenny. &amp;ldquo;Demanding energy in everyday life: insights from wood heating into theories of social practice.&amp;rdquo; (2015).&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:14&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:15&#34;&gt;
&lt;p&gt;Vanbeveren, S.P.P., et al. &amp;ldquo;Operational short rotation woody crop plantations: manual or mechanised harvesting?&amp;rdquo; Biomass and Bioenergy 72 (2015): 8-18.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:15&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:16&#34;&gt;
&lt;p&gt;Allerdings haben Motorsägen nachteilige Effekte auf manche Baumarten, wie ein verringerter Wuchs oder höhere Krankheitsanfälligkeit.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:16&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:17&#34;&gt;
&lt;p&gt;Mehrere Quellen, die sich mit traditionellen Forstpraktiken in Afrika beschäftigen: Leach, Gerald, and Robin Mearns. Beyond the woodfuel crisis: people, land and trees in Africa. Earthscan, 1988. // Leach, Melissa, and Robin Mearns. &amp;ldquo;The lie of the land: challenging received wisdom on the African environment.&amp;rdquo; (1998) // Cline-Cole, Reginald A. &amp;ldquo;Political economy, fuelwood relations, and vegetation conservation: Kasar Kano, Northerm Nigeria, 1850-1915.&amp;rdquo; Forest &amp;amp; Conservation History 38.2 (1994): 67-78.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:17&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:18&#34;&gt;
&lt;p&gt;Multiple references: Bailis, Rob, et al. &amp;ldquo;Getting the number right: revisiting woodfuel sustainability in the developing world.&amp;rdquo; Environmental Research Letters 12.11 (2017): 115002 // Masera, Omar R., et al. &amp;ldquo;Environmental burden of traditional bioenergy use.&amp;rdquo; Annual Review of Environment and Resources 40 (2015): 121-150. // Study downgrades climate impact of wood burning, John Upton, Climate Central, 2015.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:18&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
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